Rentner wegen Totschlags zu vier Jahren Haft verurteilt
46 Jahre "Ehehölle"

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Bayern
12.12.2014
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Den Ehering hat er bis heute nicht abgelegt. "Ich liebe sie immer noch", sagt der Angeklagte in seinem Schlusswort unter Tränen. Nach 46 Jahren Ehe hat er seine Frau (72) zu Tode gewürgt. Dafür wird er am Donnerstag zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Memmingen wertet die Tat als einen minderschweren Fall von Totschlag.

Die Vorsitzende Richterin spricht in der Urteilsbegründung von einer "Ehehölle" und einem "langen, schlimmen Eheleben": "In der Tatnacht ist der Druckkessel explodiert, in dem die jahrzehntelangen Demütigungen eingesperrt waren." Der 68 Jahre alte Rentner aus Memmingen hat die Tat zum Prozessbeginn gestanden: Er habe seine Frau im Streit zum Schweigen bringen wollen, weil sie ihn verhöhnt, beschimpft und bedroht habe. Nach der Tat alarmierte der Mann selbst die Polizei. Der Notarzt konnte die Frau wiederbeleben, sie starb jedoch zwei Wochen später.

Der Angeklagte wurde von seiner Frau schikaniert. Sie duldete nicht, dass er Kontakt zu seiner Familie hat. "Er ist jedem Konflikt aus dem Weg gegangen und hat immer versucht, ihre Liebe zu erhalten", erklärt die Richterin. Die Streitereien eskalierten in der Nacht zum 23. April. Als das Ehepaar im Bett lag, äußerte die Frau erstmals ihren tiefen Hass und drohte ihrem Mann damit, dass er eines Morgens nicht mehr aufwachen werde. Mit Sätzen wie "Ich hole das Beil aus dem Keller und zertrümmere dir den Schädel" habe sie ihm mit dem Tod gedroht, sagt die Richterin. Die Provokationen hätten zur Tat geführt.
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