Riesenzelt unbemerkt in der Nähe des G7-Gipfelorts bei Schloss Elmau gebaut
Behörden verbieten Luxusparty

Ein Geschäftsmann wollte auf dem vorübergehend angelegten Hubschrauberlandeplatz des G7-Gipfels eine Party feiern. Das riesige Festzelt war beinahe fertig - jetzt muss es wieder abgebaut werden. Bild: dpa
Archiv
Bayern
15.04.2015
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Die Behörden haben eine heimlich geplante Luxusparty neben dem G7-Gipfelhotel bei Schloss Elmau gestoppt. Die Bauarbeiten zu dem riesigen Festival-Zelt ruhten am Dienstag. Eine Party in dem Landschaftsschutzgebiet sei nicht möglich. Es gebe auch keinen Antrag auf Genehmigung, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag: "Es ist völlig klar, dass das nicht stattfinden wird. Punkt. Aus."

Auf Schloss Elmau wird Anfang Juni der G7-Gipfel der sieben größten Industrienationen der Welt stattfinden. Die Polizei hat bereits jetzt ein besonderes Auge auf das Gebiet. Offen blieb zunächst die Frage, warum die Behörden sich bislang um den Bau des Zelts nicht weiter gekümmert hatten. Herrmann sagte, eine Party in dem sensiblen Gebiet sei "nicht genehmigungsfähig". Das habe der Landrat von Garmisch-Partenkirchen signalisiert, "und der Landrat hat unsere volle Unterstützung".

Im Landkreis hatte der Zeltbau Spekulationen ausgelöst - gemutmaßt wurde teilweise, dass ein russischer Geschäftsmann Gastgeber sei und US-Rockstar Lenny Kravitz oder die Gruppe Rammstein auf der Bühne auftreten sollten. Ein Russe jedoch war es nicht: "Es ist ein deutscher Geschäftsmann, der seine Party feiert", sagte eine Sprecherin des Hotels. Die Party sollte am Samstag um 19 Uhr starten. Unter anderem sollte Max Raabe mit seinem Orchester für Unterhaltung sorgen, wie Kreissprecher Stephan Scharf sagte.

Das Landratsamt hatte am Montag den Weiterbau des 50 Meter langen, 25 Meter breiten und 25 Meter hohen Zeltes untersagt. "Das ist ein Riesending. Das passt ein Flugzeug rein", sagte Scharf. Es seien zwar Zeichnungen und ein Ablaufplan der Party eingereicht worden. "Aber das entspricht nicht einem Antrag."

Es bedürfte einer Erlaubnis nach der Landschaftsschutz-Gebietsverordnung, außerdem fehle die in der Bayerischen Bauordnung vorgeschriebene Anzeige mit den erforderlichen Unterlagen für einen fliegenden Bau.

Mindestens ein Teil der internationalen Gäste sollte auf Schloss Elmau logieren: "Ein großer Teil der Gäste wohnt bei uns", sagte eine Sprecherin. Allerdings habe das Schloss mit der Feier selbst und dem Zelt nichts zu tun. Minister Herrmann sagte hingegen: "Das war offensichtlich mit dem Hotel abgesprochen."

Bei der Firma, die den Bau ausführen sollte, war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten.
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