Schütze ein Anwalt?

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Bayern
21.11.2014
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Aus seiner Wohnung heraus soll er auf Autos geschossen haben: Die Polizei in Nürnberg hat einen mutmaßlichen Heckenschützen gefasst. Ihm wird nun versuchter Mord vorgeworfen.

Der mutmaßliche Heckenschütze von Nürnberg ist ein Rechtsanwalt. Der 49-jährige Mann gab nach seiner Festnahme zu, in den vergangenen eineinhalb Wochen mit einem Druckluftgewehr mehrfach auf Autos geschossen haben. Er habe aber niemanden töten wollen. Sein Motiv ist bislang unklar, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. In einem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des versuchten Mordes.

Der 49-Jährige habe das Auto eines Mannes "während der Fahrt getroffen - der Fahrer war dabei im Auto", sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke. Da auf deutschen Straßen niemand damit rechne, beschossen zu werden, sei er "völlig arg und wehrlos" gewesen. Der Autofahrer hatte Anzeige erstattet, weil er eine Beschädigung an seiner Beifahrertür entdeckt hatte. In einem zweiten Fall soll der 49-Jährige auf das geparkte Auto einer Frau aus Fürth geschossen haben. Auch eine 21-jährige Frau erstattete Anzeige, weil sie beim Fahren einen Einschlag an ihrer Windschutzscheibe bemerkte. Hier muss noch geprüft werden, ob es sich um einen Schuss oder einen Steinschlag handelte.

Hohe Einschlagskraft

Tatwaffe war nach bisherigen Erkenntnissen ein erlaubnispflichtiges Kleinkaliber-Druckluftgewehr für Jagd- oder Sportzwecke. Die Geschosse seien mit hohem Druck - 300 bar - aus der Waffe geflogen und hätten eine recht große Reichweite gehabt. Der Mann soll aus etwa 100 Metern Abstand über einen Kanal hinweg auf die Autos geschossen haben. "Die Einschlagskraft war relativ hoch", sagte der leitende Ermittler Joachim Schmidt. Die Waffe besaß der 49-Jährige illegal.

Der verheiratete Mann soll aus seiner Wohnung heraus auf Fahrzeuge geschossen haben. Auf die Spur des Nürnbergers kamen die Beamten nach dem Hinweis eines Passanten, der an dem Haus Schüsse wahrgenommen hatte. Am Dienstag durchsuchte die Polizei unter anderem die Wohnung des Mannes. Die Ermittler fanden fünf Waffen und umfangreiches Zubehör.

Es sei "reine Spekulation", ob der Mann ein Nachahmungstäter des kürzlich in Würzburg verurteilen sogenannten Autobahnschützen ist, sagte Gabriels-Gorsolke. Der 49-Jährige war der Polizei bisher nicht bekannt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.
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