Schwaetzer will Wort führen

Mehr Kommunikation und mehr Transparenz: Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer beantworten am Rande der 12. EKD-Synode in Würzburg die Fragen von Journalisten. Schwaetzer wurde als Vorsitzende des Kirchenparlamentes wiedergewählt. Bild: dpa
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Bayern
04.05.2015
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Die Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre Spitze neu bestimmt. Die frühere FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer bleibt Vorsitzende des evangelischen Kirchenparlaments. Sie will Impulsgeberin sein

Die 73-Jährige wird damit der EKD-Synode für die kommenden sechs Jahre vorstehen und gemeinsam mit dem EKD-Ratspräsidenten Heinrich Bedford-Strohm das Gesicht der evangelischen Kirche sein. Stellvertreter der Präses bleibt Klaus Eberl. Zur weiteren Vize-Präses wählte die Synode am letzten Tag ihrer Würzburger Frühjahrssitzung am Sonntag Elke König. Sie folgt auf Bayerns Ex-Ministerpräsident Günther Beckstein, der zuvor ausgeschieden war.

Massensterben verhindern

Neben den Wahlen befasste sich die dreitägige Synode mit dem Reformationsjubiläum 2017 und dem Thema Flüchtlinge. So forderte das neu zusammengesetzte 120-köpfige Kirchenparlament in seinem ersten Beschluss die Bundesregierung auf, wirksame Maßnahmen gegen das Massensterben von Flüchtlingen im Mittelmeer zu treffen. Auch EKD-Chef Bedford-Strohm verlangte in seinem Ratsbericht eine bessere Flüchtlingspolitik. Vor allem die Mittelmeer-Flüchtlinge dürften nicht länger alleingelassen werden.

"Ohne eine Entscheidung für eine Ausweitung der Seenotrettung werden Menschen weiterhin auf dem Mittelmeer sterben", mahnte der bayrische Landesbischof. Kriminelle Schlepperbanden müssten mit allen diplomatischen und polizeilichen Mitteln bekämpft werden, forderte der 55-Jährige. Die wirksamste Möglichkeit besteht seiner Meinung nach in der "Schaffung von legalen Zugangswegen nach Europa". Das Kirchenparlament ist die Vertretung der bundesweit mehr als 23 Millionen Protestanten. Die EKD ist die Dachorganisation der 20 evangelischen Landeskirchen. Zwar sind diese selbstständig, die EKD aber kann wichtiger Kurs- und Impulsgeber sein.

Miteinander reden

Schwaetzer erhielt bei ihrer Wiederwahl zur Präses der Synode 111 von 115 Stimmen. Gegenkandidaten hatte sie nicht. Den Synodalen versprach sie, sich weiter für mehr kircheninterne Kommunikation und Transparenz stark zu machen. Außerdem wolle sie wichtige Impulsgeberin sein und sich gegen den Stillstand stellen. In Schwaetzers Amtszeit fällt auch das Reformationsjubiläum 2017. Ihr erklärtes Ziel ist zudem der Kampf gegen den stetigen Mitgliederschwund. Dabei müssten auch neue Wege beschritten werden.
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