Staatsanwalt schweigt

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Bayern
01.07.2015
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Schrecklicher Ausgang eines Sorgerechtstreits: Ein Vater tötet seine beiden Töchter und begeht Selbstmord. Die Ergebnisse der Obduktion könnten Aufschluss über den Tathergang geben - doch die Staatsanwaltschaft will keine Einzelheiten mitteilen.

Nach dem Familiendrama in München mit drei Toten hat die Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung weiterer Details zu dem schrecklichen Geschehen abgelehnt. Auch zu der am Dienstag angesetzten Obduktion wollte sich die Ermittlungsbehörde nicht äußern.

"Da nach dem derzeitigen Ermittlungsstand allein der Vater der Kinder strafrechtlich verantwortlich wäre, gegen ihn ein Strafverfahren aber aufgrund des Suizids nicht mehr geführt werden kann, werden wir uns zu Details wie etwaigen Obduktionsergebnissen nicht äußern", erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage. Damit solle auch verhindert werden, dass die Mutter der Mädchen Einzelheiten über den Tod ihrer Kinder in dem Medien lesen müsse. Ein Kriseninterventionsteam kümmere sich derzeit um die Frau.

Abschiedsbrief hinterlassen

Somit blieben auch Berichte unbestätigt, nach denen sich der Vater erhängt hatte und die Leichen der Kinder keine äußeren Verletzungen aufwiesen. Die Sprecherin sagte nur, die Kinder seien "wahrscheinlich" in der Nacht auf Montag gestorben. Es sei allerdings sehr schwer, den genauen Todeszeitpunkt festzustellen.

Die Mutter hatte am Montagnachmittag die Polizei alarmiert, weil sie sich Sorgen um ihre neun und elf Jahre alten Töchter machte, die sich offenbar über das Wochenende beim Vater aufhielten. Das Paar lebte seit längerem getrennt.

Die Beamten fanden im Reihenhaus des 50-Jährigen im Stadtteil Trudering dann die drei Leichen. Laut Polizei hatte der Mann in einem Abschiedsbrief die Tat gestanden und Streit um das Sorgerecht als Motiv genannt. Außerdem sei er über die Trennung von seiner Frau nicht hinweggekommen.
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