Stadt Forchheim plant Abriss des Katharinenspitals - Die Bewohner sind dagegen
Senioren wollen nicht ausziehen

Bewohner des Altenheims Katharinenspital protestierten am Mittwoch in Forchheim mit Bannern an den Balkonen gegen den drohenden Abriss des Heims, da es nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften entspreche. Bewohnern und Personal könne man in Forchheim andere Plätze und Stellen anbieten. Die Heimbewohner dagegen fürchten den Verlust ihrer Gemeinschaft und ihres gewohnten Umfeldes. Bild: dpa
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Bayern
05.06.2015
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Sie haben eine Demo organisiert, Protestbanner aufgehängt und eine Facebook-Gruppe gegründet: In Forchheim wehren sich die Bewohner eines Altenheims gegen den Abriss des Hauses. Auf den Bannern kritisieren sie die Pläne zum "Zwangsumzug". "Wir sind Menschen, keine Ware", steht auf einem anderen Protestplakat.

Die Stadt Forchheim versichert, es gebe keine andere Möglichkeit. Nach Angaben von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU) entsprechen die Zimmer im Katharinenspital nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften. Sie seien zu klein. Ein Umbau sei aus statischen Gründen nicht möglich. Werde nichts getan, müsse das Heim mit seinen 70 Plätzen Ende 2016 schließen. Den Bewohnern und dem Personal könne man in Forchheim andere Plätze und Stellen anbieten.

Wieder aufgebaut werden soll das Spital nicht als klassisches Alten- und Pflegeheim, sondern als Haus mit Appartements, in dem Hilfsbedürftige ambulant betreut werden. Die Senioren im Katharinenspital aber fürchten den Verlust ihrer Gemeinschaft. Christian Fischer, dessen Großmutter im Altenheim lebt, hat deshalb die Facebook-Unterstützergruppe gegründet. Kein Mensch gehe gerne in ein Heim - "und jetzt werden die Menschen aus ihrer vertrauten Umgebung rausgerissen und verlieren ihre gewohnten Pflegekräfte", sagte Fischer. Lösungsüberlegungen gibt es schon: Möglicherweise wäre es ja denkbar, die Heimgemeinschaft komplett umzusiedeln.
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