Stadtimker-Boom: Honigbienen fühlen sich in Innenstädten überraschend wohl
Bienenstöcke auf Museumsdach

Hobbyimker Bernd Kobr mit Bienenstock auf dem Dach des Nürnberger Kunstmuseums. Bild: dpa
Archiv
Bayern
28.08.2015
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Es summt und brummt immer mehr in Bayerns Großstädten - inzwischen haben Bienenvölker dank engagierter Hobbyimker sogar auf einem Museumsdach und einem Polizeigebäude im Freistaat Unterschlupf gefunden. In München nutzt Hobby-Imker Jürgen Brandl die Dachterrasse des Polizeipräsidiums für ein sogenanntes Stadtimkerprojekt. Zwei Völker leben dort seit einem halben Jahr. In Nürnberg hat Hobby-Imker Bernd Kobr das Neue Museum für die Stadtimkerei begeistern können. Auf dem Flachdach des modernen Museumsbaus hat er zwei Bienenvölker angesiedelt.

Imker reagieren mit ihrem Einzug in die Städte nach Kobrs Angaben auf die zunehmend schwieriger werdenden Umweltbedingungen auf dem Land. "Dort finden Bienen statt Pflanzenvielfalt oft nur noch eine Agrarwüste vor", sagt er. Vor kurzem hat Kobr zwei weitere Bienenvölker auf dem Dach eines Nürnberger Verlagshauses angesiedelt. Blühbäume wie Linden und Robinien, aber auch Hausgärten böten ausreichend Nahrung für die Bienen.

Gute Ernte

"Die Honigernte war gut. Man merkt, dass sich die Bienen hier oben wohlfühlen", bilanziert er. 60 Kilo Honig hätten die beiden Bienenvölker in der ersten Saison geliefert. "Das ist normaler Durchschnitt". Der Honig soll von Oktober an unter der Marke "Stadtgold" im Museumsshop verkauft werden. Das Museum selbst sei von Anfang an von Kobrs Vorschlag begeistert gewesen, berichtet Museumssprecherin Eva Martin. Das Museum, das moderne Kunst und Design präsentiert, sehe in dem Stadtimker-Projekt einen Beitrag zum Naturschutz.
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