Sterbenden aus der Wohnung gebracht

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Bayern
20.12.2014
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Ein junger Mann ist 2013 auf der Straße an einer Überdosis Liquid Ecstasy gestorben, weil zwei Freunde ihn in einem Einkaufswagen aus der Wohnung schafften und erst dann den Rettungsdienst alarmierten. Das Münchner Landgericht wertete dies am Freitag im Falle des Gastgebers (37) als Totschlag durch Unterlassen, weil ihm die Flasche mit dem Rauschmittel gehörte.

Der Mitangeklagte (22) wurde der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gesprochen. Das Urteil lautete auf sechs Jahre Haft für den älteren und dreieinhalb Jahre Jugendstrafe für den jüngeren Angeklagten. Die Anklage hatte auf Mord durch Unterlassen zur Verdeckung eines Drogendelikts gelautet.

Davon wich die Staatsanwaltschaft ab, weil der Besitz der Droge nicht strafbar war. Die Jugendstrafkammer wertete die Tat wegen der erheblichen Mitverantwortung des Opfers als minder schweren Fall. Der Gastgeber hatte davor gewarnt, den Inhalt der Flasche unverdünnt zu trinken. Trotzdem nahm der junge Gast einen kräftigen Schluck. Auf der Couch im Wohnzimmer setzte die Atmung bereits aus. Spätestens dann hätten die Angeklagten den Notarzt alarmieren müssen.
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