Steuerhinterziehung: Vier Jahre Haft für Prinz von Anhalt
"Protz-Prinz" muss hinter Gitter

Prinz Marcus von Anhalt. Bild: dpa
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Bayern
17.01.2015
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Gefängnismauern statt Luxusleben: Für Marcus Prinz von Anhalt dürften harte Zeiten anbrechen - der selbst ernannte "Protz-Prinz" muss für vier Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Augsburg verurteilte den bereits vorbestraften Nachtclubbesitzer wegen Steuerhinterziehung in Höhe von mehr als 800 000 Euro am Freitag zu einer Haftstrafe von vier Jahren.

Nach Auffassung des Gerichts hat der 48-Jährige die Kosten für die private Nutzung von sechs Luxusautos als betriebliche Ausgaben geltend gemacht und damit widerrechtlich von der Steuer abgesetzt. Darüber hinaus soll er über Firmen in der Schweiz Geld am deutschen Fiskus vorbeigeschmuggelt haben.

Urteil nicht rechtskräftig

Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zehn Monate Haft für den Angeklagten gefordert, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob der Prinz gegen die Gerichtsentscheidung noch Rechtsmittel einlegen wird, blieb am Abend offen. Zusammen mit seinen Verteidigern verließ er unmittelbar nach dem Richterspruch das Justizgebäude.

Geboren wurde der Prinz übrigens unter dem Namen Marcus Eberhardt, seinen Adelstitel hatte er von Frederic Prinz von Anhalt gekauft.

Der Steuerstrafprozess geriet kurz vor dem Ende ins Stocken. Unmittelbar vor den Plädoyers und dem Urteil musste das Landgericht Augsburg am Freitag unterbrechen, um über einen neuen Beweisantrag zu entscheiden. Es ging in dem Antrag darum, ob weitere Zeugen vernommen werden sollen.
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