Straßburg prüft Unterbringung nach Verbüßung der Strafe
Bleibt Vanessas Mörder in Verwahrung?

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Bayern
20.10.2014
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Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte prüft, ob der Mörder der zwölfjährigen Vanessa aus Gersthofen zu Recht in Sicherungsverwahrung ist. Der Straßburger Gerichtshof forderte eine Stellungnahme an, die das Bundesjustizministerium bis zum 21. Januar liefern will.

Verkleidet mit einer Totenkopfmaske hatte der damals 19-jährige Vanessa am Rosenmontag 2002 in ihrem Kinderzimmer erstochen, während die Eltern bei einem Faschingsball waren. Das Motiv des Mörders ist bis heute unklar. Die Höchststrafe von zehn Jahren Jugendstrafe hat der Mann abgesessen. Das Landgericht Augsburg ordnete 2012 jedoch die nachträgliche Sicherungsverwahrung an. Es bestehe bei ihm weiter eine hohe Wahrscheinlichkeit schwerster Gewalt- oder Sexualdelikte, befand die Kammer. Die Revision wurde vom Bundesgerichtshof als offensichtlich unbegründet verworfen.

Der Verteidiger Adam Ahmed hatte die Freilassung seines Mandanten (heute 32) gefordert. Der Rechtsanwalt rief den Gerichtshof an, weil für die Sicherungsverwahrung nach verbüßter Haftstrafe die rechtliche Grundlage fehle. Sie verstoße gegen die Menschenrechtskonvention.
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