Streit in der Disco: Prozess gegen Fußballer Timo Gebhart wegen Körperverletzung
Würgen bis zur Bewusstlosigkeit

Timo Gebhart, Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg, im Saal des Amtsgerichts Nürnberg. Bild: dpa
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Bayern
08.01.2015
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Wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung muss sich der Mittelfeldspieler des 1. FC Nürnberg Timo Gebhart seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Der 25-Jährige soll bei einem Streit in einer Nürnberger Discothek im Februar 2013 eine junge Frau bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Laut Anklage trat Gebhart außerdem im Oktober einen Türsteher, der nach einer Auseinandersetzung auf dem Boden lag, mit dem Schienbein gegen den Kopf.

Vor dem Amtsgericht Nürnberg äußerte sich der Fußballprofi zunächst nicht zu den Vorwürfen. Bei der ersten Tat im Februar soll eine 29-Jährige mit ihrem Freund und zwei Freundinnen in der Disco gewesen sein. Laut Anklage sprachen Gebhart und ein Begleiter die Clique an, und es kam zum Streit. Gebharts Freund soll dem Mann die Lippe blutig geschlagen haben. Danach soll der Kumpel die 29-jährige Frau festgehalten und der Fußballer sie gewürgt haben, bis sie kurzzeitig das Bewusstsein verloren habe.

Ihre 31 Jahre alte Freundin sagte aus, sie habe deutlich sichtbare Würgemale am Hals der 29-Jährigen gesehen. Sie selbst sei von Gebhart als "Schlampe" beschimpft worden. Das es sich bei dem Angreifer um den Fußballer Gebhart gehandelt habe, hätten sie erst aus der Presse erfahren. Gebharts Anwalt Harald Straßner hatte die Anklagepunkte vor dem Prozess zurückgewiesen. "In Discos ist es nun mal eng. Da kommt es schon mal zu körperlichen Berührungen und Geschubse", sagte er im Dezember.

Die Staatsanwaltschaft hatte Gebhart kurz vor der Hauptverhandlung angeboten, den Anklagepunkt mit dem Türsteher fallen zu lassen, wenn er ein umfassendes Geständnis ablegt. Darauf ging die Verteidigung jedoch nicht ein. Sie hofft weiter auf einen Freispruch. Für den Prozess sind zwei weitere Termine bis zum 14. Januar geplant.
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