Tausendfach Raser erwischt

Bei den Geschwindigkeitskontrollen in Bayern gingen der Polizei in den vergangenen Tagen Tausende Raser ins Netz - obgleich die Aktion mehrfach angekündigt war. Archivbild: Hartl
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Bayern
25.04.2015
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Rund 876 000 Kontrollen und 25 939 Verstöße, registriert an rund 2000 Messstellen. Das ist die Bilanz des "Blitzmarathons" in Bayern, der am Donnerstag zu Ende ging. In der Oberpfalz gab es einige Negativ-Spitzenreiter.

(dpa/üd) Die Aktion hat sich nach Ansicht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gelohnt. "Viele Fahrer haben sich aufgrund unseres Blitzmarathons wieder bewusst Gedanken über ihre Geschwindigkeit gemacht", sagte er. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert hingegen mehr Personal bei der Verkehrspolizei statt einmaliger Aktionen: "Wir sind mit Mann und Maus auf der Straße", sagte ein Sprecher der GdP Bayern und sprach von "reiner Öffentlichkeitswirkung".

Wie im Vorjahr führt ein Motorradfahrer die Sünder-Statistik an: Er war mit 106 Stundenkilometern mehr als erlaubt am Mittwoch in Allersberg (Landkreis Roth) unterwegs. Neben beanstandeten Geschwindigkeitsverstößen wurden auch 52 Strafverfahren unter anderem wegen Trunkenheit am Steuer eingeleitet, wie das Ministerium mitteilte.

Biker mit 214 Sachen

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz wurden im Aktionszeitraum per Radar- und Lasermessung rund 1900 Verstöße von Verkehrsteilnehmern registriert. "Trauriger Spitzenreiter" war laut Polizeimitteilung ein Auto, das auf der B 20 bei Arnschwang (Kreis Cham) gemessen wurde. Der Fahrer war bei erlaubten 100 Stundenkilometern mit 183 Sachen in die Falle gegangen. Die Konsequenz: Drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte und ein Bußgeld von 1200 Euro.

Zwei Motorradfahrer taten sich laut Polizei in puncto Spitzengeschwindigkeiten besonders hervor: Auf der B 20 zwischen Cham und Furth im Wald wurde ein Biker mit 214 Stundenkilometern gemessen, ein weiterer wurde auf der B 14 mit 187 km/h erwischt - erlaubt waren jeweils 100 km/h. Schnellster per Laserstrahl gemessener Verkehrsteilnehmer war ein Autofahrer auf der B 470 bei Parkstein: Dieser war am 16. April gegen 21 Uhr mit 165 bei erlaubten 100 Stundenkilometern unterwegs. Ihn erwarten laut Polizei nach Abzug des Toleranzwertes von 5 km/h ein Bußgeld in Höhe von 240 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei.

Bei den Kontrollen per Lasermessung fielen der Polizei auch Verstöße auf, die nichts mit Temposünden zu tun hatten, darunter "drogenbedingte Auffälligkeiten", Fahrten unter Alkoholeinfluss, nicht angelegte Sicherheitsgurte oder Handytelefonate während der Fahrt.
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