Trubel für Tümmler

Für das acht Monate alte Delfinbaby Nami (unten) und seine Artgenossen rücken die Bauarbeiter an. Ihre Lagune wird repariert. Bild: dpa
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Bayern
29.07.2015
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Die umstrittene Delfinlagune in Nürnberg muss erneuert werden. Salzwasser war durch eine Fuge gesickert und hatte ein angrenzendes Wäldchen zerstört. In einem Jahr sollen die Arbeit nun beginnen. Geschlossen wird die Anlage aber nicht.

Die sanierungsbedürfte Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten soll im laufenden Betrieb erneuert werden. Die Tiere sollen während der Arbeiten im Zoo bleiben und auch weiter für die Besucher zu sehen sein, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Möglich sei dies, weil man jedes der fünf Becken der Lagune einzeln abtrennen und das Wasser ablassen könne.

Kurz nach Eröffnung der Lagune vor genau vier Jahren war Salzwasser durch eine Fuge am oberen Rand des Betonbeckens ausgetreten und hatte ein 1000 Quadratmeter großes Wäldchen neben der Lagune vernichtet. Deshalb musste der Wasserspiegel um 15 Zentimeter gesenkt werden. Später traten weitere Baumängel wie Schäden im Beton zutage, die nun im Zuge der Sanierung mit beseitigt werden sollen. Zoo-Direktor Dag Encke sagte: "Jetzt haben wir eine Lösung, mit der wie die nächsten 30 Jahre leben können."

Vor der Sanierung der Lagune wird ab Herbst ein stillgelegtes altes Delfinarium als Ausweichquartier erneuert. Das soll ein halbes Jahr dauern und rund 1,1 Millionen Euro kosten. Es sei jedoch nur für den Notfall gedacht, sagte Encke. Eigentlich sollen die Delfine während der Arbeiten in der Lagune bleiben. Derzeit sind zehn Tümmler in der Anlage.

Notfalls vor Gericht

Die eigentliche Sanierung soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 beginnen und bis 2018 dauern. Wie hoch die Kosten dafür sein werden, kann die Stadt noch nicht beziffern. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) betonte jedoch, dass die Kommune die Sanierungskosten bei den für die Schäden verantwortlichen Firmen und Planern, beziehungsweise den Versicherungen geltend machen werde. Falls nötig, werde die Stadt auch klagen. "Wir haben eine komplett dichte Lagune bestellt und die wollen wir auch haben", sagte Vogel.

Dennoch ist es möglich, dass die Stadt auf einem Teil des Kosten sitzen bleibt. Die 31 Millionen Euro teure Anlage zu schließen, sei dennoch nie in Betracht gekommen, betonte Vogel. Der Zoo und die Lagune seien ein "touristisches Highlight", das von der Masse der Menschen geliebt werde.

Während der Bauarbeiten sollen die Lärmbelastung in der Lagune und die Reaktion der Tiere darauf ständig überwacht werden. Außerdem soll das jeweilige Becken mit einem Zelt überdacht werden, um zu verhindern, dass Staub und Schmutz ins Wasser gelangen.
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