U-Bahn-Messerstecher: Neun Jahre Haft gefordert
"Besonders brutal"

Nach einer Party wollen drei junge Männer nach Hause fahren. In einem U-Bahn-Schacht geraten sie mit einem 28-Jährigen aneinander. Archivbild: News5/Grundmann/dpa
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Bayern
24.10.2015
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Nach einer Messerstecherei an einer Fürther U-Bahnstation soll ein 20-Jähriger für neun Jahre ins Gefängnis. In ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth beantragte die Anklagevertreterin am Freitag, den Mann wegen Totschlags nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. "Es war eine besonders kaltblütige, brutale und hinterlistige Vorgehensweise", sagte die Staatsanwältin. Der Angeklagte war Anfang Februar mit seinem Bruder und einem Freund an der U-Bahnstation unterwegs gewesen. Laut Staatsanwaltschaft führte dann eine "absolute Belanglosigkeit" zu dem heftigen Streit mit dem späteren Opfer.

Eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht begründete die Staatsanwältin mit der Tatsituation. Eigentlich stehe der 20-Jährige aus gutem Elternhaus und mit abgeschlossener Ausbildung bereits fest im Leben. An diesem Abend habe er sich gegenüber den beiden Jüngeren nicht als Schwächling blamieren wollen. Für den mitangeklagten Bruder forderte die Staatsanwaltschaft wegen vorsätzlicher Körperverletzung unter anderem einen dreiwöchigen Dauerarrest sowie eine Geldstrafe von 700 Euro. Der 18-Jährige soll dem späteren Opfer einen heftigen Faustschlag verpasst haben. Gegen den 17 Jahre alten Mitangeklagten war das Verfahren am Donnerstag gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.

Die Verteidiger des 20-Jährigen forderten einen Freispruch. Ihr Mandant habe aus Angst, Furcht und Panik in einem "Notwehr-Exzess" gehandelt. Auch der Anwalt des mitangeklagten Bruders plädierte für einen Freispruch. Der Hauptangeklagte entschuldigte sich erstmals bei der Mutter und der Verlobten des Opfers. Das Urteil soll am Mittwoch fallen.
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