Verhöhnter Rentner erwürgt Frau nach 46 Ehejahren
"Es war der Horror"

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Bayern
10.12.2014
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Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Dienstag der Totschlags-Prozess gegen einen Mann (68) aus Memmingen begonnen. Der Rentner räumte ein, seine Ehefrau nach einem nächtlichen Streit so stark gewürgt zu haben, dass sie später starb. Zuvor soll sie ihn verhöhnt, beschimpft und bedroht haben. "Ich wollte sie nicht töten, ich wollte sie nur zum Schweigen bringen", sagte der Angeklagte vor dem Landgericht Memmingen.

Nach der Tat vom April hatte der Mann selbst die Polizei alarmiert. Der Notarzt konnte die 72-Jährige zunächst wiederbeleben. Das Opfer starb jedoch zwei Wochen später an den Folgen der Tat. Teilweise unter Tränen schilderte der Angeklagte, wie er von seiner Frau während 46 Jahren Ehe kontrolliert und bevormundet wurde. Sie habe ihn oft einen Versager und Feigling genannt und nicht geduldet, dass er Kontakt zu seinen Eltern, Geschwistern und sogar zur gemeinsamen Tochter hat. "Ich habe mich immer als Gefangener meiner Frau betrachtet", sagte er. Verlassen wollte er sie trotzdem nicht. "Ich bin nicht der Typ, der wegläuft. Und ich habe sie ja auch geliebt."

Am schlimmsten sei das letzte Jahr gewesen. "Es war der Horror", sagte er. Nach einer Nieren-Operation habe er häufiger Wasser lassen müssen. Das habe seine Frau so gestört, dass sie seine Getränke rationierte und nachts die Toilette zusperrte. " Sie hat mich immer wieder ein Dreckschwein genannt und mir gesagt, dass ich ins Altersheim gehöre."

Die Streitereien seien in der Nacht zum 23. April eskaliert. Seine Frau sei außer Rand und Band gewesen, erinnerte sich der 68-Jährige. Sie habe gesagt, dass sie ihn hasst, und ihm gedroht, dass er eines Morgens nicht mehr aufwachen werde. "Sie hat gesagt: Ich hole das Beil aus dem Keller und zertrümmere dir den Schädel." Im Affekt habe er ihr dann die Kehle zugedrückt, damit sie still sei. Ein Urteil wird für kommenden Donnerstag erwartet.
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