Verteidiger im NKD-Prozess verlangen Freispruch
Nicht einmal Indizien

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Bayern
22.04.2015
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Im Untreueprozess gegen einen Ex-Manager des Textildiscounters NKD haben die Verteidiger einen Freispruch gefordert. Die Schuld ihres Mandanten habe sich in dem Verfahren nicht nachweisen lassen, erklärten die Anwälte, die die Staatsanwaltschaft heftig attackierten: Die Anklage stütze sich allein auf Mutmaßungen und Unterstellungen. Es gebe nicht einmal Indizien für ein strafbares Verhalten. Das Urteil soll am 28. April verkündet werden.

Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer neun Jahre Haft beantragt. Die Anklagebehörde ist davon überzeugt, dass der Ex-Manager die Firma NKD mit Sitz in Bindlach (Kreis Bayreuth) mit fingierten Rechnungen um 3,7 Millionen Euro geprellt hatte. Der Angeklagte hatte jedoch erklärt, er habe mit dem Geld geheime Branchen- und Marktinformationen bezahlt. Das glaubt ihm die Staatsanwaltschaft nicht. Der Angeklagte erklärte, die angeblich veruntreute Summe von 3,7 Millionen Euro stehe in keinem Verhältnis zu den guten Verdienstmöglichkeiten in seiner Branche.

Der Prozess läuft seit 13 Monaten und war oftmals eine Geduldsprobe: An 60 Tagen ist verhandelt worden; immer wieder gab es Unterbrechungen und neue Anträge. In eineinhalb Wochen steht der Mann bereits wieder vor Gericht. Er muss sich dafür verantworten, dass er aus der Untersuchungshaft heraus die Entführung eines Richters geplant haben soll.
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