Weihnachten am Tegernsee

Uli Hoeneß, der ehemalige Präsident des FC Bayern München, bekommt aller Wahrscheinlichkeit nach zu Weihnachten Hafturlaub und kann nach Hause. Archivbild: dpa
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Bayern
24.12.2014
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Deutschlands prominentester Häftling Uli Hoeneß hofft auf seinen ersten Urlaub seit Haftantritt im Juni. Mehr noch: Anfang 2015 dürfte der Fußballmanager des FC Bayern Freigänger werden. Seinen Verdienstorden hat wohl nicht ganz freiwillig zurückgegeben.

An Weihnachten kann Hoeneß mit Urlaub daheim rechnen - die ersten Nächte in seinem gemütlichen Haus am Tegernsee seit Beginn des Alltags hinter Gittern. Mit dem Fall vertraute Juristen gehen davon aus, dass er den Urlaub bekommt. Am 2. Juni war der wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Fußballmanager ins Gefängnis von Landsberg am Lech eingerückt.

Schritt zurück ins Leben

Viel wurde seitdem spekuliert, wie der Alltag des erfolgreichen Ex-Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern aussieht. Genießt er einen Promibonus? Vorzugsbehandlung für den populären Manager, dem selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einst ihr Ohr lieh? Hoeneß hat einflussreiche Fürsprecher. Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber besucht ihn regelmäßig im Gefängnis.

Unter Hinweis auf die Persönlichkeitsrechte sagt das bayerische Justizministerium nichts über die Haftbedingungen des 62-Jährigen. Amtschef Frank Arloth ließ sich lediglich entlocken, dass Hoeneß weder ein Mobiltelefon noch ein Laptop zur Verfügung steht. Auch Bezahlfernsehen ist tabu, so dass der einstige Patron des FC Bayern München die Bundesligaspiele von Manuel Neuer und Co. nicht live im Fernsehen schauen kann.

Der langersehnte Urlaub des einstigen Bratwurstfabrikanten ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zurück in ein normales Leben. Einige Tage Ausgang zusammen mit der Familie hat Hoeneß schon hinter sich. Entscheidender dürfte der zu Jahresbeginn erwartete Freigängerstatus sein. Hoeneß könnte das Gefängnis dann jeden Morgen verlassen und arbeiten gehen. Der FC Bayern wartet auf dem Münchner Vereinsgelände an der Säbener Straße schon auf ihn. "Es war sein eigener Wunsch, im Nachwuchsbereich zu arbeiten", so Bayern-Präsident Karl Hopfner. Nach getaner Arbeit muss Hoeneß abends zwar wieder zurück in seine Zelle. Dies muss aber nicht im Landsberger Gefängnis sein. Infrage kommen auch die Außenstelle Rothenfeld nahe dem Starnberger See.

Ungeschriebenes Gesetz

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat Hoeneß bereits Anfang September den Bayerischen Verdienstorden an die Staatskanzlei in München zurückgeben lassen. Das sagte Hoeneß-Anwalt Michael Nesselhauf. Er stellte zugleich klar, dass Hoeneß damit keineswegs auf Distanz zu Ministerpräsident Horst Seehofer und anderen Politikern habe gehen wollen. Das war zunächst gemeldet worden.

Ausschließliches Motiv sei vielmehr gewesen, dass die Staatskanzlei eine Rückgabe angeregt habe. Nur wenige Wochen nach Hoeneß' Haftantritt habe die Staatskanzlei in einem Telefonat mit einem der Verteidiger erklärt, es gebe eine Art ungeschriebenes Gesetz: Wer zu einer Strafe ohne Bewährung verurteilt worden sei, müsse den Verdienstorden zurückgeben. Daraufhin entschied Uli Hoeneß nach Angaben seines Anwalts, die Auszeichnung durch seine Frau und seine Kinder an Seehofer persönlich zurückzugeben.
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