Weitere Vorwürfe gegen Kinderarzt

Ein netter Kinderarzt untersucht auch schon mal den Teddy-Bären seiner kleinen Patienten. Das Vertrauen der Kinder missbraucht hat hingegen der Augsburger Mediziner. Im Zuge der Ermittlungen gegen ihn tauchten weitere mögliche Fälle auf. Archivbild: dpa
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Bayern
11.04.2015
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Im vergangenen Sommer sorgte die Entführung und der Missbrauch eines Fünfjährigen bei Hannover für Aufsehen. Die Spur führte nach Augsburg - seit Oktober sitzt ein Kinderarzt in Untersuchungshaft. Nun deuten sich mehr Fälle an.

Der Verdacht gegen einen Augsburger Kinderarzt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern weitet sich aus. Der 40-Jährige werde nun dringend verdächtigt, 18 Kinder in Augsburg, Nürnberg, München und bei Hannover zum Teil mehrfach sexuell missbraucht zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Augsburg am Freitag mit.

Fünfjährigen entführt

Im vergangenen August hatte ein Fall in Garbsen bei Hannover die Ermittler auf die Spur des Mannes gebracht. Dort wurde ein Fünfjähriger mit einem Auto entführt, missbraucht und nach etwa zwei Stunden wieder freigelassen. Der Tatverdächtige arbeitete seit 2013 als Kinderarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Bei den Taten im Zeitraum von 2007 bis 2014 sollen die Opfer zwischen fünf und elf Jahren alt gewesen sein. Dem Mediziner wird auch zur Last gelegt, mehr als 50 000 kinderpornografische Bilddateien besessen zu haben. Das Amtsgericht Augsburg habe den Haftbefehl gegen den Mann nun erweitert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mediziner sitzt seit vergangenem Oktober in Untersuchungshaft. "Die Ermittlungen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen", hieß es in der Mitteilung weiter.
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