Weniger Unfalltote

Im Bild eine Massenkarambolage auf der A 93 nahe Passau: Die meisten Todesfälle waren aber nicht bei Zusammenstößen auf der Autobahn zu verzeichnen, sondern auf Landstraßen. Bild: dpa
Archiv
Bayern
24.02.2015
2
0

Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen vor 60 Jahren gesunken. 2014 kamen bei Verkehrsunfällen 619 Menschen ums Leben, 61 weniger als im Vorjahr. Auch die Oberpfalz konnte ein Rekordtief vermelden. Doch die Zahlen könnten noch niedriger sein.

Damit setzte sich der positive Trend weiter fort. Die meisten Verkehrstoten gab es 1974, als 3069 Menschen auf Bayerns Straßen starben. Innenminister Joachim Herrmann sprach bei der Vorlage der aktuellen Daten in München von einer "erfreulichen Tendenz". Man wolle sich auf den guten Zahlen aber nicht ausruhen. Ziel sei es, bis 2020 auf unter 550 Verkehrstote zu kommen.

Auch in der Oberpfalz fiel die Zahl der Verkehrstoten auf einen historischen Tiefstand. 61 Menschen starben im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen, so wenige wie nie seit Einführung der Statistik 1954. 2013 waren es noch 79, damit sank die Zahl um 22,8 Prozent. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sank von 4401 2013 auf nunmehr 4392. generell ging die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle von 31 736 auf 31 648 zurück.

Schwerpunkt Tempolimit

Die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle mit Toten war bayernweit einmal mehr überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. 182 Unfälle mit 193 Getöteten gingen darauf zurück. Insgesamt aber sank die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle um 12,6 Prozent auf 17 180. Herrmann berichtete, dass allein die bayerische Polizei bei Geschwindigkeitskontrollen fast 320 000 Anzeigen erstattet und über 870 000 Verwarnungen ausgesprochen habe. Zudem gab es wegen überhöhter Geschwindigkeit mehr als 35 000 Fahrverbote. Die Einhaltung der geltenden Tempolimits werde auch heuer wieder ein Schwerpunkt der Verkehrsüberwachung sein, so Herrmann.

Zweithäufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle war eine missachtete Vorfahrt, gefolgt von Unfällen unter Alkoholeinfluss. Zwar reduzierten sich auch hier die Fallzahlen, doch ging immerhin fast jeder zehnte Verkehrstote auf das Konto eines alkoholisierten Fahrers. Nach Einschätzung Herrmanns könnte die Zahl der Verkehrstoten noch niedriger sein, würden sich alle Fahrzeuginsassen an die Anschnallpflicht halten. 65 Opfer hatten keinen Gurt angelegt. Die Polizei werde "ein besonderes Augenmerk auf Alkohol am Steuer und auf Gurtmuffel legen", kündigte Herrmann an.

Neben Maßnahmen der Verkehrsüberwachung will Herrmann weiter in die "gebaute Verkehrssicherheit" investieren. Für die Beseitigung von Unfallschwerpunkten auf Landstraßen stünden bis 2020 über 400 Millionen Euro zur Verfügung. Dort gab es auch 2014 mit 393 die meisten Verkehrstoten. So sollen zum Beispiel weitere Kurven mit einem Unterfahrschutz an den Leitplanken ausgerüstet werden, um der überproportional hohen Zahl an tödlich verunglückten Motorradfahrern (jeder sechste Verkehrstote) entgegenzuwirken. Verbessern will Herrmann zudem die Lage für Radfahrer und Fußgänger (ein Viertel der Verkehrstoten).

Mehr Unfälle mit Verletzten

Insgesamt ging die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle um ein Prozent auf 369 500 zurück. Gleichzeitig gab es aber um 1,4 Prozent mehr Unfälle mit Personenschaden. Laut amtlicher Statistik wurden 69 540 Personen verletzt, rund 11 000 davon schwer.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.