Wiesn-Attentat: Neue Aspekte durch überraschend aufgetauchte Akten
Hinweise auf zweite Bombe

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Bayern
23.06.2015
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Beim Oktoberfest-Attentat von 1980 gab es möglicherweise einen zweiten Sprengsatz, der aber nicht richtig explodierte. Ein Mann, der von der Bombe in einem Papierkorb hinter ihm schwer verletzt wurde, berichtete in der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) über eine Stichflamme, die knapp zehn Meter von ihm entfernt 80 Zentimeter hoch aus einem Gully gekommen sei. Warum es eine Stichflamme gegeben haben soll, ohne dass die Bombe vollständig explodierte, blieb offen. Ein Rechtsextremer hatte kurz nach dem Attentat von einer zweiten Bombe gesprochen, dies aber später dementiert.

Opferanwalt Werner Dietrich erklärte, der Zeuge, der sich nach einer Einzelkämpferausbildung bei der Bundeswehr und als Jäger mit Waffen und Sprengstoff auskennt, habe über seine Beobachtung sofort nach dem Attentat gesprochen. Die Vernehmung habe sich aber weder in den Haupt- noch in den Spurenakten befunden. "Die Frage ist: Gibt es eine weitere Sammlung von Unterlagen und Akten, die der Bundesanwaltschaft vorenthalten wurde?", sagte Dietrich. Denn im Zuge der neuen Ermittlungen sei der Mann im Mai vernommen worden - und dabei sei ihm die damalige Vernehmung vorgehalten worden. Die Ermittlungen endeten einst mit dem Schluss, der Student Gundolf Köhler habe die Tat alleine und aus privatem Frust begangen. Bei dem Terroranschlag starben 13 Menschen, darunter Köhler.
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