Wiesn-Attentat vor 34 Jahren: Bundesanwälte prüfen Wiederaufnahmeantrag
Alle Akten wieder auf den Tisch

Eines der Opfer wird am 26. September 1980 im Sarg vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest weggebracht. Die Bundesanwaltschaft erwägt offenbar, die Ermittlungen zum Attentat neu aufzurollen. Bild: dpa
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Bayern
25.11.2014
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Die Bundesanwaltschaft prüft erneut, ob die Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat vom September 1980 neu aufgenommen werden müssen. "Mord verjährt nach deutschem Recht nicht. Der Generalbundesanwalt geht deshalb nach wie vor allen Hinweisen nach, die die rechtlichen Voraussetzungen einer förmlichen Wiederaufnahme der Ermittlungen begründen könnten", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mit Blick auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag, in dem es unter anderem um einen neuen Wiederaufnahmeantrag eines Opferanwalts geht.

Die Grünen im Bundestag verlangten unterdessen, die Bundesregierung solle die Wiederaufnahme der Ermittlungen anordnen. Es müssten alle Akten auf den Tisch. Der Vizefraktionschef Konstantin von Notz und Hans-Christian Ströbele fordern von der Bundesregierung Auskunft darüber, ob ein früherer Waffensammler, der möglicherweise ein Hintermann sein könnte, als V-Mann einer Sicherheitsbehörde diente. "Wir werden deshalb in der kommenden Woche auch den Innenausschuss des Deutschen Bundestages mit dem Vorgang befassen."

Mysteriöse Flugblätter

Zudem hatte der Opferanwalt Werner Dietrich zum Jahrestag des Attentats am 26. September erneut einen Wiederaufnahmeantrag in Karlsruhe eingereicht, sein vierter nach 1983, 1984 und 2008. Darin führt er eine neue Zeugin an. Die Frau soll am Tag nach dem Anschlag Flugblätter mit einem Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name öffentlich bekannt war. "Die dazu erforderlichen Abklärungen dauern an", sagte der Sprecher der Karlsruher Behörde. "Wir werden die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit über das Ergebnis unterrichten." Einen Zeitrahmen nannte er nicht.

Bei dem Wiesn-Anschlag im Jahr 1980 waren 13 Menschen getötet worden, darunter der Täter - der 21-jährige Köhler, zuvor Anhänger der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann". Die Ermittler sahen ihn bisher als Einzeltäter. Daran werden aber immer wieder erhebliche Zweifel laut.
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