Wildschweine scheuen nicht vor Städten zurück
Die schwarze Horde

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Bayern
24.11.2014
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Augsburg am frühen Morgen. Schwarze Schatten durchstreifen im Morgengrauen die Innenstadt. Meist gehen sie den wenigen Frühaufstehern aus dem Weg, aber nicht immer. Innerhalb von zwei Wochen sorgten Wildschweinrotten bei der Feuerwehr Augsburg mehrmals für Kopfzerbrechen. Die Bilanz am Ende: zwei verletzte Passanten, ein Auto mit Totalschaden und viele tote Schweine. Die sind oft auf der Flucht in die Kanäle der Stadt gesprungen und mussten von Jägern erschossen werden.

Laut dem bayerischen Forstministerium wurden allein in der Jagdsaison 2013/2014 über 68 000 Wildschweine registriert. Davon gut ein Drittel in Unterfranken. Zum Vergleich: Anfang der 1980er Jahre waren es nur knapp 3000 - in Bayern.

Ralf Straußberger vom Bund Naturschutz in Bayern (BN) sieht drei Gründe für den zügellosen Anstieg in der Population der Wildschweine. "Als Erstes liegt es wohl am Klimawandel. Die Winter werden immer milder, mehr Frischlinge kommen durch", so Straußberger. "Dann kommt der zunehmende Maisanbau. Mais ist ein exzellentes Futter und bietet auch noch super Deckung vor Jägern." Wird das Futter oder der Platz doch knapp, zieht es die Borstentiere in die Städte. Als Kulturfolger finden sie hier auf Komposthaufen oder an Mülltonnen mehr als genug zu fressen und in Stadtparks und Wäldchen genügend Verstecke.
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