Winzer nach Regenfällen erleichtert - Rettung der Ernte in allerletzter Minute
Spitzenjahrgang möglich

In der Südpfalz ist mit dem Lesen der frühreifen Weinsorten begonnen worden. In Franken ist es erst in einigen Tagen so weit. Bild: dpa
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Bayern
20.08.2015
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Frankens Winzer rechnen dank der ergiebigen Regenfälle vom vergangenen Wochenende mit einem guten bis sehr guten Weinjahrgang. "Wenn es jetzt nicht zu nass wird und die Trauben in den nächsten drei Wochen genügend Sonne bekommen, könnte der 2015er Wein an die Spitzjahrgänge 1975, 1993 und 2003 heranreichen", berichtete der Präsident des fränkischen Weinbauverbandes, Artur Steinmann, am Mittwoch im unterfränkischen Sommerhausen.

Steinmann räumte allerdings ein, dass es zuletzt Spitz auf Knopf um die Weinernte gestanden hatte. Der Regen sei gerade noch rechtzeitig gekommen. Erste Rebstöcke hätten bereits begonnen, ihre Blätter abzuwerfen, um das Überleben der Pflanze zu sichern. Dank des sanften Landregens erholten sich die Reben inzwischen wieder. "Das war, wie wenn ein Verdurstender durch die Wüste irrt und plötzlich eine Oase findet", beschrieb der Verbandschef den Zustand der Rebstöcke.

Der ergiebige Regen von bis zu 35 Litern pro Quadratmeter sorge zudem dafür, dass die Trauben Zucker und Aromastoffe ausbilden könnten. "Auch quellen die vor dem Vertrocknen gestandenen Trauben dank des Regens nun etwas auf", berichtet Steinmann. Die Winzer hofften nun auf warme Tage und kühle Nächte; "das wären dann neuseeländische Verhältnisse - optimal für die Aroma-Ausprägung".

Mit dem Ernten der ersten Trauben für die Federweißen-Produktion rechnet der Verbandspräsident anders als etwa in der Rheinpfalz frühestens in eineinhalb Wochen. "Die derzeitige Reife reicht dafür noch nicht so aus. Das ist erst Ende August oder Anfang September der Fall." Erst dann werde es den ersten Federweißen aus Franken geben.
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