Zahl der Online-Straftaten steigt
Digitale Ermittler fehlen

Ein bayerischer Cybercop geht im Internet auf Streife. Bild: dpa
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Bayern
25.09.2014
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Tatort Internet: Die Zahl der Online-Straftaten steigt, doch die Polizei hat nach Gewerkschaftsangaben nicht genug Internet-Experten. Nicht nur in Bayern fehlen demnach Cybercops.

Polizeigewerkschaften warnen vor einem Mangel an Internet-Experten bei der bayerischen Polizei. Nach Ansicht des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BDK) ist der Job zu schlecht bezahlt und deshalb zu unattraktiv. "Darum bekommen wir nicht genügend qualifizierte Kräfte", sagte Norbert Reisinger vom BDK-Landesverband, am Mittwoch. Die Polizeigewerkschaft kritisierte, dass die Cybercops mit "falschen und intransparenten Gehaltsversprechen geködert" worden seien.

Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums arbeiten bayernweit von den 33 Internet-Spezialisten, die einst die Ausbildung zum Cybercop begannen, heute noch 25 für die bayerische Polizei. Von vier Experten, die die Polizei im Kampf gegen die Internetkriminalität in Mittelfranken unterstützen sollten, ist nur noch einer im Dienst. Im neuen Ausbildungsjahrgang seien 22 statt der ursprünglich geplanten 25 Online-Experten. Die Aufnahmebedingungen seien sehr hart, sagte ein Ministeriumssprecher. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Zahl der Cybercops in diesem Jahr auf 50 zu verdoppeln.

Wachsende Fallzahlen

Die Notwendigkeit zeigt ein Blick in die Kriminalitätsstatistik: 2013 stiegen in Bayern die Internetstraftaten im Vergleich zum Vorjahr um gut zehn Prozent. Der Schaden durch Internetkriminalität lag bei mehr als 17 Millionen Euro. Das Problem, genug Fachpersonal zu finden, ist nach BDK-Einschätzung allerdings kein rein bayerisches, sondern ein bundesweites. "Wir haben überall massiv zu wenig Leute", sagte auch der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Sebastian Fiedler. In NRW komme noch das Problem dazu, dass Quereinsteiger nur als Angestellte für die Polizei arbeiten können. "Die landen im Angestelltenverhältnis und werden erheblich zu gering eingestuft."
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