Zahlen fast verdoppelt

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Bayern
31.12.2014
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2014 haben so viele Flüchtlinge Bayern erreicht wie seit Jahren nicht. Von Rekord kann aber keine Rede sein: Zu Beginn der 1990er Jahre waren es noch weit mehr.

Bayern hat im zu Ende gehenden Jahr mehr als 32 000 Asylbewerber aufgenommen - fast doppelt so viele wie 2013. Sozialministerin Emilia Müller erwartet in nächster Zukunft auch keinen Rückgang: "Auch im kommenden Jahr rechnen wir mit mindestens genauso vielen Asylbewerbern wie in diesem Jahr", sagte die CSU-Politikerin. "Trotz der steigenden Zahlen ist es weiterhin unser oberstes Ziel, die bei uns Schutz suchenden Menschen human unterzubringen und zu versorgen." Keineswegs alle kommen aber aus den Kriegsgebieten in Syrien, Eritrea und anderen Krisenregionen des Mittleren Ostens und Afrikas: Fast ein Drittel reiste aus Ex-Jugoslawien und Albanien ein. Bis Ende November lag deren Anteil bei 30 Prozent, wie das Innenministerium mitteilte.

Zustrom vom Westbalkan

Derzeit liegen die Zahlen offensichtlich sogar noch höher: Von den rund 1400 Asylbewerbern, die von 22. bis 28. Dezember in der Münchener Erstaufnahme eintrafen, kamen nach einer groben Schätzung über 70 Prozent vom Westbalkan. Das sagte eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will die Asylbewerber aus den Westbalkanstaaten möglichst schnell wieder in ihre Heimatländer abschieben, da dort weder Bürgerkrieg noch politische Wirren herrschen. In den ersten elf Monaten beantragten allein 15 000 Serben Asyl in Bayern. In der CSU wird befürchtet, dass die hohen Ankunftszahlen mutmaßlich nicht politisch verfolgter Asylbewerber dazu führen könnten, dass die Stimmung auch gegen die vielen Kriegsflüchtlinge kippt.

Nach wie vor erreichen allerdings weit weniger Asylbewerber Bayern als zu Beginn der neunziger Jahre. Damals war die Stimmung wesentlich aufgeheizter. So sprach Anfang 1992 der ein Jahr später gestürzte Ministerpräsident Max Streibl (CSU) von "Wirtschaftsschmarotzern".
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