Zügige Abfertigung

Ideen über Ideen. Viele Vorschläge gibt es für mögliche Bahnstrecken zum Münchener Flughafen. Am Montag war Startschuss für die Neufahrner Gegenkurve (orange gefärbt). Geplant ist ferner der Erdinger Ringschluss (blau), der theoretisch Züge von Regensburg über den Flughafen nach München ermöglicht. Gleiches ginge aber auch über die sogenannte Zeitler-Kurve (ebenfalls blau). Sie hat aber derzeit wenig Chancen auf eine Umsetzung.
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Bayern
28.10.2014
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Die Bagger arbeiten sich schon seit einigen Tagen durch die Äcker im Süden von Freising. Gestern folgte auch der offizielle Spatenstich für diese Baustelle. Ist sie fertig, gibt es für Menschen aus Nordbayern einen schnellen Abflug.

Neufahrner Gegenkurve heißt das 2,3 Kilometer lange Schienenstück, das ab Dezember 2018 die Bahnlinie Regensburg-München und die S-Bahn-Trasse von der Münchener Innenstadt zum Flughafen im Erdinger Moos miteinander verknüpfen soll. Damit schafft es 25 Jahre nach Inbetriebnahme des Airports einen direkten Anschluss an das Bahn-Netz nach Norden.

Raus aus dem Bus

Ab Regensburg kann der Flughafen dann umsteigefrei mit Regional-Express-Zügen erreicht werden. Diese werden direkt unter den beiden Flughafen-Terminals halten. Derzeit müssen Fluggäste aus Ostbayern am Bahnhof Freising noch in den Bus umsteigen. Nach den Worten von Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer wird sich die Fahrzeit von Regensburg zum Flughafen um eine halbe Stunde auf 67 Minuten verringern. Damit kommen auch Reisende aus der Oberpfalz deutlich schneller mit der Bahn an den Airport. Umsteigefreie Verbindungen aus den Regionen nördlich von Regensburg sind derzeit nicht geplant.

Laut Kefer sollen bis zu 20 Zugpaare rollen und damit für einen fast durchgängigen Stundentakt sorgen. Die Passagiere könnten dann "schneller und angenehmer" eines der größten Flugdrehkreuze Europas erreichen. Die Kosten für die Neufahrner Kurve sind derzeit auf gut 90 Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte davon trägt der Bund, von der zweiten Hälfte übernimmt der Freistaat rund 35 Millionen Euro, den Rest finanziert die Bahn über die künftigen Trasseneinnahmen. Die vergleichsweise hohen Kosten für das kurze Teilstück erklären sich mit mehreren Brückenbauwerken sowie der nötigen Trassenführung auf einem noch aufzuschüttenden Damm. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte beim symbolischen Spatenstich, mit dem kurzen Schienenstück gelinge es, mehr Individualverkehr von der Straße auf die Schiene zu holen.

Zu lange gewartet

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann drückte sein Unverständnis über die lange Planungsphase seit den ersten Überlegungen am Anfang des Jahrtausends bis zur Umsetzung aus. Auch er hob den Nutzen für Flugreisende aus Ostbayern hervor, betonte aber auch die Bedeutung des Abschnitts für den Ausbau des Bahnknotens München.
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