Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum
FichtelgeBIERge

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Bayern
30.04.2016
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Wie wird aus Getreide Bier? Und wo lagert es am besten? Antworten gibt eine Ausstellung im Fichtelgebirgsmuseum.

Wunsiedel. "Drey Nossl (Maß) gut's Bier, nemlich ein Nossl zu der Fruemahlzeit, ein Nossl mittag zu Kees und Brodt und ein Nossl zum Abentmahl!" Das stand Spitalbrüdern täglich zu. Wie es der Wunsiedeler Stadtschreiber im Jahr 1564 säuberlich auf einer Tafel vermerkt hat.

"Das Bier war aber damals viel dünner als heute", sagt Diana Nitzschke. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin hat die neue Sonderausstellung im Fichtelgebirgsmuseum "FichtelgeBIERge - Geschichte(n) rund ums Bier - das Bierbrauen in der Region von der Vergangenheit in die Gegenwart" konzipiert, die Schirmherr Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, selbst Brauer, und Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier pünktlich am "Tag des Bieres" und zu "500 Jahre Reinheitsgebot" eröffneten. Bei einem Rundgang auf einer 400 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche erfährt der Besucher alles rund ums Bier - von der Herstellung, über die Lagerung bis zum Genuss in geselliger Runde, vom Bierbrauen in der Vergangenheit bis zur Gegenwart - anhand von althergebrachten Geräten, einem Stummfilm, wissenswerten Infos und vielem mehr.

Wertvolle Exponate - handbemalte Krüge und Gläser - Fichtelgebirgsgläser, Creußener Krüge oder zinnerne Zunftpokale veranschaulichen die Trinkkultur durch Jahrhunderte. Schmunzelnd betrachtet der Besucher amüsant bemalte Schützenscheiben in Großformat, hält seine Nase in die Hopfenaromastation. Die stilechte Biergarten-Ecke lädt zum Brotzeitmachen und Schafkopfen ein. Die zahlreichen ausgestellten Bierdeckel stammen zu 99 Prozent aus der ehemaligen Firma Götz in Brand. Getestet werden kann aber auch, welche Auswirkungen der Alkohol auf die Wahrnehmung hat.

Die Ausstellung begleiten zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte, Lesungen, Bierfeste und Wanderungen, die auch in einem Flyer zusammengefasst sind. Übrigens: "Das Bierbrauen oblag früher den Frauen", erzählt Nitzschke. Das Handwerk wurde besonders gut von Klosterschwestern ausgeübt. Deshalb - so ist es angeblich überliefert - braute Luthers Ehefrau, eine ehemalige Nonne, ein außerordentlich gutes Bier.

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Die Ausstellung ist bis zum 3. Oktober zu sehen. Museums-Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.fichtelgebirgsmuseum.de
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