Eine Wandertour über den Staffelberg im Bayerwald
Vom Freudensee zum Pyramidengipfel in Hauzenberg

Wie eine flache Pyramide ragt der 789 Meter hohe Staffelberg hinter dem Freudensee bei Hauzenberg auf. Bilder: Schaller (Foto: Thomas Schaller)
Freizeit BY
Bayern
01.03.2016
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Hauzenberg: Freudensee | Wasser, Granit und Wald – diese Bausteine kennzeichnen eine Wandertour auf den 789 Meter hohen Staffelberg im Bayerischen Wald. Die sanfte Erhebung, geformt wie eine flache Pyramide, schottet die Stadt Hauzenberg nach Osten hin ab und bietet dank eines hölzernen Aussichtsturms einen tollen Blick auf sie hinab. Viele Möglichkeiten, nach der Wanderung auch den restlichen Tag abwechslungsreich zu verbringen (siehe "Tipps zur Route"), entschädigen für die gut zweistündige Anfahrt.

Blick auf Hauzenberg

Die Rundtour startet am Freudensee im gleichnamigen Stadtteil, wo der Wagen am Naturbad einen Parkplatz findet. Der Wanderweg mit der Nummer 10 führt zunächst in südöstlicher Richtung unter der Staatsstraße hindurch und steigt dann auf der asphaltierten Nebenstrecke an bis hinauf nach Staffenöd.

Bildergalerie "Wandertour über den Staffelberg" (Bilder: Thomas Schaller)

Um die kleine Siedlung geht es links herum, bevor man auf dem Weg zum Waldrand die ersten Blicke hinunter nach Hauzenberg genießt. Interessant wird es jetzt für alle, die sich für den Wald interessieren. Denn links und rechts des steinigen und wurzeligen Waldpfades sind Tannen die Hauptbaumart neben den Buchen. Hier kann der Naturfreund den Blick schärfen für die Unterschiede zwischen der bei uns häufigeren Fichte mit ihren eher stacheligen Nadeln und der Weißtanne, deren dunkle, weiche Nadeln an der Unterseite zwei weiße Streifen aufweisen.

Blickt man mit dem Fernglas in die Wipfel, erkennt man, dass die Zapfen der Tanne aufrecht stehen – im Gegensatz zu den nach unten hängenden Fichtenzapfen. Bei der Tanne fallen sie auch nicht im Ganzen ab. Hier blättern die einzelnen Schuppen mit den Samen ab, so dass die Spindel stehen bleibt.

Der Pfad erreicht einen Forstwirtschaftsweg, auf dem wir uns links halten. Nach rund 800 Metern heißt es: aufpassen, damit man nicht den spitz nach rechts führenden Abzweig auf den Gipfelanstieg verpasst. Nach etwas mehr als einer Stunde stößt der Wanderer oben auf dem Staffelberg, in 789 Metern Höhe, zunächst auf ein Gedenkkreuz mit einem weißen Stahlhelm, danach auf das eigentliche Gipfelkreuz, neben dem eine gemauerte Feuerstelle sogar das Grillen ermöglicht.

Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch sollte man auf jeden Fall die 49 schmalen, glitschigen Stufen hinauf auf den hölzernen Aussichtsturm meistern. Denn hier wartet der Lohn des Aufstiegs: ein wunderbarer Blick auf Hauzenberg, auf die umliegenden Berge und hinunter zum Freudensee, dem Startpunkt.

Steiler Abstieg


Der Abstieg führt links am Turm vorbei, markiert jetzt mit den Buchstaben "TV" auf einem gelben Kreis. Wanderstöcke leisten auf dem steilen Pfad gute Dienste. Ist dann einmal der grasbewachsene Forstweg erreicht, auf dem es nach links – wieder auf dem Wanderweg 10 – weitergeht, hat man das Schlimmste hinter sich. Nach einigen Metern führt die Strecke rechts ganz sachte hinunter in den Ortsteil Edhäusl.

Ab hier läuft die Asphaltstraße etwa 700 Meter durch ein Wohngebiet, bis ein Wegweiser nach links Richtung Eckmühle zeigt. Die kleine Eckmühlkapelle am Weg lädt zu einer kurzen inneren Einkehr ein, bevor wir auf einem Wiesenpfad den Staffelbach erreichen. Ein Naturerlebnisweg informiert in Wort, Bild und Ton über das Leben an dem gemächlich dahinplätschernden Gewässer.

Wenn man noch 20 Minuten Zeit hat, sollte man den Freudensee auf dem Uferpfad umrunden, denn auch hier tun sich immer wieder interessante Blicke auf das Wasser, das Schilf und die umliegenden Berge auf. Nach etwa drei Stunden – je nach Tempo und Dauer der Fotografierpausen – erreicht der Wanderer wieder den Parkplatz.

Tipps zur RouteAnfahrt

Aus der Oberpfalz benötigt man mit dem Auto gut 2 Stunden über A 93 und A 3 bis Aicha vorm Wald, von dort weiter über Hutthurm nach Hauzenberg-Freudensee.

Die Wandertour

Länge: etwa 9 km Dauer: ca. 3 Stunden Höhenprofil: Auf- und Abstieg jeweils knapp 370 Meter Markierung: zum großen Teil weiße 10 im roten Kreis, kurz nach dem Gipfel auch die Buchstaben "TV" im gelben Kreis Ausrüstung: festes Schuhwerk vor allem für den Bereich um den Gipfel, Wanderkleidung, Getränke und bei Bedarf Verpflegung, Fernglas und Fotoapparat

Einkehrmöglichkeiten

Auf dem mit dem Auto gut erreichbaren Geiersberg wartet der Berggasthof "Sonnenalm" mit einer tollen Aussicht auf die Stadt Hauzenberg und gutem Essen auf. Das Landgasthaus "Gidibauer-Hof" serviert in außergewöhnlicher Atmosphäre hochwertige Küche. Wer eine kurze Autofahrt nicht scheut, kann im "Gut Lichtenau", einem Berggasthof oberhalb des Ortsteils Oberkümmering, gut speisen und hat dabei einen wunderschönen Blick bis zu den Alpen.

Sehenswertes

Granitzentrum Bayerischer Wald mit Stein-Welten: Anschauliche Informationen über die erdgeschichtliche Entstehung des Granits und über seine Verarbeitung. Siehe auch: www.oberpfalznetz.de/hauzenberg

Besucherbergwerk Kropfmühl: Ausstellung und Film über die Graphitgewinnung im Bayerischen Wald. Höhepunkt ist eine Führung bis auf 45 Meter Tiefe.

Erstes bayerisches Schnapsmuseum: Informationen über die Schnapsherstellung; Verkostung und Museumsladen.


Reportage "Eine Arbeit hart wie Stein" über das Granitzentrum Hauzenberg
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