Nach einem Stich nicht lange fackeln
Die Zecken sind zurück

Der Frühling kommt - und mit ihm die Zecken. Experten warnen vor den von Blutsaugern übertragenen Krankheiten, die Lyme-Borreliose und Hirnentzündung FSME. Bild: dpa
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Bayern
16.03.2015
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Die milden Frühlingstemperaturen wissen auch Zecken zu schätzen. Nachdem sie im Boden überwintert haben, kommen sie jetzt wieder an die Oberfläche. Und sie warten mit dem Stechen nicht bis zum Sommer. Vorsicht ist also schon jetzt angebracht.

Köln. Zecken werden aktiv, sobald es im Frühling wieder etwas wärmer wird. Dafür reichen schon Temperaturen unter zehn Grad. Die Spinnentiere ziehen sich in der Regel im November in den Boden zurück, um zu überwintern. Nun kommen sie zurück an die Oberfläche und sind besonders häufig in feuchtem Laub oder hohem Gras zu finden. Gefährlich ist nicht der Zeckenstich selbst. Ein Gesundheitsrisiko besteht, weil die Tiere beim Blutsaugen Erreger einer speziellen Form der Hirnhautentzündung, der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen können. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Link zum BZgA) hin.

Viren, die FSME auslösen, sind allerdings vor allem in bestimmten Risikogebieten zu finden. Das sind unter anderem Regionen in Bayern und Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Auch dort gilt der BZgA zufolge, dass allerdings nur ein Teil der Zecken mit dem FSME-Virus infiziert sind. Deutlich häufiger übertragen Zecken die Erreger der Lyme-Borreliose. Diese Bakterien gibt es nicht nur in einzelnen Risikogebieten - Vorsicht ist deshalb in ganz Deutschland geboten. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose auch keinen Impfschutz. Deshalb ist es wichtig, sich möglichst von vorneherein gegen einen Zeckenstich zu schützen.

Die Bundeszentrale gibt folgende Tipps:


  • Beim Spazierengehen in Regionen, in denen mit Zecken zu rechnen ist, sollte man Unterholz und hohes Gras meiden und am besten auf festen Wegen bleiben.
    Helle Kleidung tragen. Sie hat den Vorteil, dass sich Zecken darauf leichter entdecken lassen.

  • Nach dem Aufenthalt im Freien in bekannten Risikogebieten immer den Körper nach Zecken absuchen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Kopf und Hals, der Haut unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen. Dort sind bevorzugte Saugstellen der Zecken.

  • Bestimmte Stoffe halten Zecken durch ihren Geruch fern. Solche sogenannten Repellentien werden uf die Haut aufgetragen und bieten für einige Stunden einen gewissen Schutz. Sie sind zum Beispiel in der Apotheke oder in Drogerien erhältlich.


Falls es doch zu einem Zeckenbiss gekommen ist, muss das Spinnentier möglichst schnell entfernt werden. Dadurch lässt sich das Risiko deutlich verringern, dass Borreliose-Erreger übertragen werden. Die Borrelien befinden sich im Darm der Zecken und werden erst nach einiger Zeit übertragen, in der Regel nach rund einem Tag, erläutert die BZgA. Die Viren, die Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, gelangen durch den Stich aus den Speicheldrüsen der Zecken relativ schnell in die Blutbahn des Menschen.



Für das Entfernen der Zecken gelten folgende Tipps:

  • Die Zecke muss so schnell wie möglich mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange entfernt werden.
  • Sie wird dafür im Kopfbereich möglichst nah an der menschlichen Haut angefasst.
  • Sie wird vorsichtig mit gleichmäßiger Geschwindigkeit aus der Haut gezogen.
  • Sie darf dabei nicht zerquetscht werden. Sonst besteht die Gefahr, dass mit Erregern infizierter Speichel schneller übertragen wird.
  • Die Zecke darf nicht, wie manchmal empfohlen, mit Nagellack, Klebstoff oder Öl bedeckt werden. Solche Maßnahmen helfen nicht.
  • Die Wunde muss nach dem Entfernen der Zecke gründlich desinfiziert werden.

Linktipps

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung
FSME-Risikogebiete in Deutschland
Länderinfos des Auswärtigen Amtes
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Borreliose