Neugirg an die Wand geklatscht

Schon wieder einen Franken vor der Nase. Noch verdeckt die Vorlage von Michl Müller den Kommandanten der "Altneihauser Feierwehrkapell"n".
Freizeit BY
Bayern
30.09.2015
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Neben Michl Müller (Mitte) in seinem berühmten "Dreggsagg"-Shirt, reiht sich Norbert Neugirg (links) in die Reihe der Faschingspersönlichkeiten an der Fassade des Hauses der Fastnacht in Veitshöchheim ein. Bilder: Dieter Gürz

Sein Charakterkopf ist (noch) nicht in der Walhalla verewigt - doch ein bisschen darf sich Norbert Neugirg jetzt so fühlen. Das Gesicht des Kabarettisten und Autors prangt nun an der Ruhmeshalle des fränkischen Faschings - am Haus der Fastnacht in Veitshöchheim.

"Mit den Abbildungen kann ich leben. Die Fassade war schon vorher keine Augenweide", kommentiert der "Angepinselte" gewohnt humorvoll diese Ehrung. Eine Affinität zu Wänden dürfte der Windischeschenbacher ja spätestens seit den diesjährigen Luisenburg-Festspielen haben, als er im "Sommernachtstraum" eine nämliche spielte.

Dass er die "zweifelhafte Ehre" habe, zusammen mit lauter Franken in Veitshöchheim von der Hauswand zu schauen, sei ihm erst eröffnet worden, als es schon zu spät war: "So weit hat's kommen müssen!" Und die Übermacht ist groß: Werner Hofmann (selbst als Weingott Bacchus zu sehen) und Arno Ludwig verzieren den Sitz des Fastnacht-Verbandes Franken (FVF) auf einer Länge von 28 Metern mit etlichen prägnanten Gesichtern der fränkischen Prunksitzungen. Unter dem Porträt von Sitzungspräsident Bernd Händel und FVF-Präsident Bernhard Schlereth finden sich unter anderem Komödianten wie "Waltraud und Mariechen", Michl Müller, Bauchredner Sebastian Reich mit Nilpferd-Puppe "Amanda" oder Politiker wie Staatsminister Markus Söder - in seiner Verkleidung 2014 als giftgrüner Oger "Shrek" - wieder.

Norbert Neugirg - stellvertretend für seine "Altneihauser Feierwehrkapell'n" - hat sich den Platz seit 2006 mit "stets neu gereimten und ungereimten Unverschämtheiten gegenüber seinen fränkischen Gastgebern" (O-Ton Händel) in den Sitzungen erarbeitet. Die Faschingsfans haben die kultige Oberpfälzer Truppe aus Neuhaus längst ins Herz geschlossen.

Lauter hungernde Künstler

Und natürlich hat Neugirg, der sichtlich seinen Spaß an der "Veitshöchheimer Lüftlmalerei" hat, auch dazu einige Spitzen parat: "Wir sind alle etwas wohlgenährter dargestellt, als wir es in Natura sind. Das soll verschleiern, dass wir für die Live-Sendung in Veitshöchheim keine Gage kriegen." In der Phalanx der Franken bekam der Kommandant fairerweise Verstärkung: Trommler Reinhard Stummreiter ist als "Rückendeckung" ebenfalls abgebildet. "Der Stummreiter hat das verdient. Warum soll immer der Kommandant alles alleine ausbaden?", tönt Neugirg.

Die Bemalung war Teil einer 60 000 Euro teuren Sanierung der Außenfassade und soll - laut Geschäftsleitendem Beamten der Gemeinde, Dieter Gürz, - als begehrtes Fotomotiv eine Attraktion für Touristen sein. Erste Reaktionen von Passanten auf die gemalte, geballte Faschings-Prominenz bestätigen dies.

Doch Neugirg wäre nicht Neugirg, wenn er nicht weitaus pragmatischere Motive vermuten würde: "Ich gehe davon aus, dass die Bahnhofstraße, an deren Haus Nummer 13 alle Angepinselten ihre abschreckende Wirkung unter Beweis stellen, künftig eher gemieden wird. Insofern handelt es sich wohl eher um eine verkehrsberuhigende Maßnahme." Und hat noch einen nützlichen Nebeneffekt: "Die Abbildung von solchen Herrn, hält Schädlinge von Häusern fern!", lautete der trockene Kommentar des belustigten "angeschmierten" Altneihauser Kommandanten.

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Mehr zur neuen Attraktion in Veitshöchheim:
http://www.veitshoechheim-blog.de
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