Walter Frey eröffnet in Augsburg ein Mazda-Museum
Der Wankelmutige

Walter Frey ist Wankel- und Mazda-Liebhaber. Der Händler aus Bayerisch-Schwaben - hier vor dem Dreirad K 360 - eröffnet im Herbst zusammen mit seinen beiden Söhnen in einem alten Tram-Depot in Augsburg das wohl bedeutendste Mazda-Museum Europas. Bilder: Ascherl (8)
Freizeit DE/WELT
Bayern
12.05.2016
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Wenn's um den Kreiskolbenmotor geht, beginnen die Augen von Walter Frey zu leuchten. Er glaubt an die Zukunft des von Felix Wankel erfundenen Antriebs, auch wenn "seine Marke" Mazda derzeit keinen im Angebot hat. Seine Hoffnungen ruhen nun auf dem Militär.

Walter Frey (71) hat sie alle: Den Cosmo, der noch vor dem NSU Ro 80 in Serie ging, den RX-7, einen Wankelsportwagen im Porsche-924-Look, aber auch ein kleines Dreirad, original Rosa lackiert - alle mit Wankelmotor. Frey besitzt - obwohl er und seine Söhne der Marke Mazda als Händler verbunden sind -, auch einen Lada der Moskauer Polizei mit Kreiskolbenmotor. Denn Wankel liebt er fast noch mehr als Mazda.

Die kompakte Bauweise und der ruhige Lauf, das sei einmalig, schwärmt der Senior aus Augsburg und berichtet, dass die Amerikaner den Wankel nun für militärische Zwecke entdeckt hätten: "Die rüsten ihre Drohnen damit aus", berichtet er. Doch auch als Range-Extender für elektrobetriebene Fahrzeuge sei der Wankel einfach unschlagbar, weil klein und leistungsfähig. Und wie zum Beweis schreitet er bei einer ersten Führung durch sein im Herbst eröffnendes Museum zum Modell eines RX-7-Motors und lässt es surrend aufklappen. Rund 120 Mazda-Fahrzeuge hat Walter Frey im Laufe seines Lebens gesammelt und zum Großteil selbst restauriert, und zwar tip-top. 50 davon sollen in seinem Mazda Classic-Automobil Museum Frey zu sehen sein. Frey hat es zusammen mit seinen Söhnen Joachim und Markus in einem ehemaligen Straßenbahndepot in Augsburg geschmackssicher aufgebaut. Seit 1978 Mazda-Händler, konnte Frey auch auf die Unterstützung von Mazda Deutschland zählen. Die Exponate finden in einer 1500 Quadratmeter großen Halle Platz, daneben werden ein gastronomischer Betrieb und ein Museums-Shop entstehen.

Walter Frey kann beim Rundgang durch die Halle zu jedem Auto eine Geschichte erzähle, so wie die zum sehr seltenen 360 Coupé, das er in einer Anzeige einer australische Zeitung fand, die bereits mehrerer Jahre alt war. Frey rief trotzdem an, das Auto war noch da und im "weltbesten Zustand", wie der Händler versicherte. Frey kaufte blind - und bekam einen Haufen Schrott: Der Motor lag beispielsweise zerlegt auf der Rückbank. Frey wollte reklamieren, doch der Verkäufer beharrte: Der Wagen sei im weltbesten Zustand, weil es keinen weiteren gebe. Heute ziert das Wägelchen im Goggo-Format die Ausstellung genauso wie die ersten barock anmutenden Limousinen, die nach Deutschland kamen. Die meisten Stücke aber sind Rechtslenker, und viele davon kommen aus dem fernen Australien.

Flucht nach Down Under


Dorthin war Frey als 18-Jähriger vor der Einberufung zum Bund geflohen. Drei Jahre arbeitete er Down Under bei einem Autohändler, ehe er nach Deutschland zurückkehrte. Er eröffnete in Gersthofen bei Augsburg sein erstes Autohaus, und für den Wankel-Fan kam da eigentlich nur die Marke Mazda in Frage. Der Rest ist schon wieder Geschichte.
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