Eixendorfer See erfüllt viele Landschaftswünsche
Von lieblich bis schroff

In Kaskaden strömt das Wasser der Schwarzach über die Staumauer. Die historische Dampflok ist die Attraktion in Hillstett (oben). Bilder: Held (3)
Freizeit
Bayern
21.08.2015
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Der Eixendorfer See hat sich den Fluss-Charakter bewahrt. Zum einen weiten sich Blick und Rundweg, zum anderen führt die Strecke auf schmalem Weg über Felsen durch den Wald.
Der mehr als 110 Hektar große Eixendorfer See ist keine überschaubare, kompakte Wasserfläche wie der Murner- oder Steinberger See. Er ist schmal und schlängelt sich kurvenreich durchs Tal. Der See hat sich das Aussehen eines Flusses bewahrt. In seinem Ursprung ist er nichts Anderes. Die Schwarzach wurde in den 70er Jahren zum Hochwasserschutz, zur Wasserregulierung und zur Stromerzeugung auf einer Länge von 6,2 Kilometer aufgestaut. Im Normalfall ist der See nur halb gefüllt. Der Speicher wird vom Wasserwirtschaftsamt Weiden, das Kraftwerk Eixendorf von den Bayerischen Landeskraftwerken betrieben.

Als er 1975 geflutet wurde, versanken Höllmühle, Obermühle, Seebarnhammer, eine Teilstrecke der früheren Bahnlinie Bodenwöhr-Rötz und der größte Teil von Eixendorf – von diesem Ort hat der See seinen Namen. Allerdings, auch wenn Ältere immer wieder gerne erzählen, viele Jahre, ja fast jetzt noch manchmal, sei der Kirchturm einer der versunkenen Orte zu sehen (gewesen), beim besten Willen, bei aller Anstrengung und mit noch so viel Fantasie zu sehen ist nichts mehr, außer Algen stellenweise.

Vom Campingplatz „Seeblick“ führt die gut 14 Kilometer lange Strecke im schattigen Wald, aber stets in Sichtweite zum See, zum Teil auf einer alten Bahntrasse, nach Hillstett. Durch die Bäume glitzert das Gewässer. Es ist ein ebenso treuer Begleiter wie die Infotafeln, die über den Bau der Talsperre, die Tiere im See oder die versunkenen Orte informieren. Eine Tafel ist der Obermühle gewidmet, einer Glasschleife, die es einst zuhauf in der Mittleren Oberpfalz gab. Nach der Staumauer bietet sich Hillstett mit seinem Oberpfälzer Handwerksmuseum für eine Rast an.

Der Weg führt nur kurz weg vom Wasser Richtung Rötz, um dann zur Schwarzach und zum anderen Seeufer zurückzukehren. Jetzt wechselt die Landschaft völlig, am Nordufer fallen die Felsen schroff zum und ins Wasser ab. Eine Treppe sorgt fürs Weiterkommen und eine Tafel warnt davor, wagemutig zu klettern. Nach dieser etwas anspruchsvolleren Passage weitet sich der Blick wieder. Waren auf der Südseite noch viele Radfahrer unterwegs, bleibt die Nordseite Wanderern vorbehalten.

Ein einsamer Angler versucht sein Glück. Die Boote des Neunburger Yachtclubs kommen am Horizont in Sicht, doch sie sind noch ein ganzes Stück entfernt. Hinter der nächsten 90-Grad-Biegung wartet erst einmal der Badestrand zur Erfrischung. Alle Aufmerksamkeit zieht jedoch die imposante Eixendorfer Brücke auf sich. Eine der längsten Staatsstraßenbrücken Bayerns führt über das Wasser und verbindet Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf und Rötz im Landkreis Cham.

Wer die Wanderung etwas abkürzen will, kann statt bis zur Staumauer und zum Kraftwerk den Treppenweg hoch zur Brücke nehmen und spart sich zwei Kilometer. Lohnenswert ist das eine wie das andere. Allerdings, ein Blick von der Brücke hat einen ganz besonderen Reiz. So oder so führt der Rückweg zum Segelhafen, der sich schon vor über einer Stunde vom anderen Ufer aus gezeigt hat.
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