50 Jahre Philharmonischer Chor Nürnberg
Unter geschickten Händen

Goldenes Jubiläum: Vor 50 Jahren gründete Max Loy den Philharmonischen Chor Nürnberg. Seit 1. Januar 2014 schwingt Gordian Teupke den Taktstock für die Sänger. Bild: Günter Kusch
Kultur BY
Bayern
24.06.2016
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Nürnberg. Eine kräftige Disharmonie führte vor 50 Jahren zur Gründung eines Chors, der jetzt zu den besten in Nürnberg zählt.

Damals leitete Max Loy, Musikdirektor am Opernhaus, den Lehrergesangverein (LGV). Der künstlerische Leiter wollte mehr ambitionierte Konzert-Projekte, der LGV-Vorstand setzte jedoch eher auf populäre Programme, um die Chorkasse zu schonen. Nachdem Loy zudem wegen Opernverpflichtungen oft abwesend war, wurde er 1965 gekündigt. Doch Loy kündigte an, neben dem LGV und Hans-Sachs-Chor einen "dritten Großchor" ins Leben zu rufen. Rund 50 LGV-Sänger folgten dem gefeuerten Dirigenten und hoben am 6. Juni 1966 den Philharmonischen Chor aus der Taufe. Der gab im Oktober 1967 mit Dvoraks "Requiem" eine erste musikalische Kostprobe. In den Medien war Monate später vom "Sängerkrieg" die Rede. Der LGV plante nämlich, im November 1968 zum 90-jährigen Bestehen das Verdi-"Requiem" vorzutragen. Mit Absicht setzte Loy dasselbe Stück eine Woche früher in der Meistersingerhalle an, um dem LGV eins auszuwischen.

An die Grenzen


Diese Streitigkeiten sind mittlerweile Geschichte. Seit 2014 leitet Kapellmeister Gordian Teupke mit geschicktem Händchen seinen Chor. Gerade im Jubiläumsjahr stehen noch Proben an. So präsentieren sie am Mittwoch, 13. Juli, in Erlangen das Verdi-"Requiem" . Am Dienstag, 9. August, steht Rossinis "Petite Messe Solennelle" in der Basilika von Assisi in Umbrien an. Beim Festkonzert am Sonntag, 30. Oktober, in der Meistersingerhalle sorgt eine große Besetzung für die Umsetzung der "Grande Messe des Morts" von Hector Berlioz. Die Berlioz-Messe wurde in Nürnberg seit 25 Jahren nicht mehr aufgeführt. Das Werk führt den Philharmonischen Chor erneut an seine Grenzen, weil er sich gegen ein großes Orchester und vier Fernorchester behaupten muss.

Geprägt ist das Stück durch lyrische Teile und ergreifende Pianissimo-Passagen. Es findet seinen lyrischen Gipfel im sechsstimmigen A-capella-Satz des "Quarens me" und baut sich dann auf bis zum Höhepunkt des gesamten Werks in der Schlussequenz. Hector Berlioz schrieb kurz vor seinem Tod: "Wenn man mir androhte, alle meine Werke, bis auf eines, zu vernichten, würde ich für mein Requiem um Gnade bitten"."Eventuell führen wir im Dezember das Weihnachtsoratorium mit dem Tölzer Knabenchor in der Meistersingerhalle auf", kündigt Rainer Ostermeyer, Vorsitzender des Chores, an.

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Weitere Informationen:

www.philharmonischer-chor-nuernberg.de
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