800 Kupferspangen
Fund aus der Abfallgrube

Restaurator Jörg Stolz vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege präsentiert in München einen rund 4000 Jahre alten Kupferbarren. Bei Baumaßnahmen waren im oberbayerischen Zorneding über 800 dieser sogenannten Spangenbarren gefunden worden. Bild: dpa
Kultur BY
Bayern
08.03.2016
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Mehr als 800 Kupferspangen aus der Bronzezeit geben den Archäologen Rätsel auf. War es ein Schatz, den jemand vor rund 4000 Jahren sorgfältig versteckt hat? Oder war es eine Gabe an die Götter? In mühsamer Kleinarbeit wird der Sensationsfund jetzt untersucht.

München. Ein überraschender Fund von Kupferspangen aus der frühen Bronzezeit in der Nähe des oberbayerischen Erding könnte Erkenntnisse über die Herstellungstechnik in der damaligen Zeit bringen. Die rund 4000 Jahre alten Metallbarren seien möglicherweise in Formen aus Stein, gebrannter Keramik oder Holz gegossen worden, sagte Restaurator Jörg Stolz vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege am Montag in München, wo die Fundstücke untersucht werden.

Ausstellung Sommer 2017


Die Stadt Erding hat die mehr als 800 im Erdreich verborgenen Stangen für einen nicht genannten Betrag gekauft und will sie im Sommer 2017 ausstellen. Die Ludwig-Maximilians-Universität begleitet die Arbeit der Archäologen.

Der Fund sei der bislang größte seiner Art in Bayern, sagte der Generalkonservator Mathias Pfeil. 1928 war im Münchner Luitpoldpark ein Hort mit 494 Barren gefunden worden. Archäologen vermuten, dass es sich bei dem Kupferspangenhort aus Oberding um einen Schatz oder eine rituelle Gabe handeln könnte. Die Kupferstangen waren im Frühjahr 2014 bei Bauarbeiten für ein Wohnhaus entdeckt worden. In einer Abfallgrube aus der frühen Bronzezeit (etwa 2000-1800 v. Chr.) fanden sie eine Nische, die wie eine ovale Ausbuchtung am Rand der Grube angelegt war. Mit über 800 Barren ist der Oberdinger Fund der bislang größte seiner Art in Bayern.

Aus dem Salzburger Raum


Die leicht gebogenen Stangen lagen in Zehnerbündeln geordnet am Rand einer Abfallgrube mit Überresten wie Tierknochen, Keramikscherben und verkohlten Getreidekörnern. Sie wurden unter anderem dazu verwendet, um sie einzuschmelzen und daraus Schmuck, Waffen und andere Gegenstände zu gießen. In Oberding, wo eine bronzezeitliche Siedlung vermutet wird, gab es jedoch keine Hinweise auf metallverarbeitendes Handwerk. Das Kupfer stamme daher möglicherweise aus dem Salzburger oder Berchtesgadener Raum.
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