Albrecht Dürer neu entdeckt

Der Leiter des Nürnberger Dürer-Hauses und Dürer-Experte, Thomas Schauerte, präsentiert am 3. Dezember in Nürnberg in seinem Buch einen Holzschnitt von 1497, den er dem Maler Albrecht Dürer zuordnet. Bild: dpa
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Bayern
09.12.2015
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Einen "neuen Dürer" hat der Nürnberger Experte Thomas Schauerte entdeckt. Auch zum Frühwerk des Meisters gibt es Neuigkeiten. Hintergrund ist eine Freundschaft Dürers mit dem Humanisten Konrad Celtis.

Albrecht Dürer ist immer wieder für eine Überraschung gut: Der Nürnberger Dürer-Experte Thomas Schauerte hat dem berühmten Maler ein neues Werk zugeordnet. Der Holzschnitt von 1497 sei ein Druckerzeichen für den Leipziger Verleger Konrad Kachelofen gewesen, schreibt Schauerte, der Leiter des Nürnberger Dürer-Hauses, in seinem neuen Buch "Dürer und Celtis - Die Nürnberger Poetenschule im Aufbruch".

Der Kontakt von Albrecht Dürer (1471-1528) und Kachelofen sei über den Humanisten Konrad Celtis zustande gekommen, der mit Dürer zusammengearbeitet hat. Bislang war der Urheber des Holzschnitts unbekannt.

Nur Dürer dazu in der Lage

"Vor dem Jahr 1500 hatte man bei Grafiken sehr viel mit anonymen Meistern zu tun", sagte Schauerte. Da habe meist niemand versucht, den Urheber herauszufinden. Unter Buchkundigen habe das Druckerzeichen jedoch eine gewisse Berühmtheit gehabt, weil es so gut gemacht ist. Dazu sei in dieser Zeit nur Dürer in der Lage gewesen.

Dass der Holzschnitt von Dürer stammt, könne nicht aufgrund des Stils bewiesen werden, sagte Schauerte. Er habe daher den kulturhistorischen Nachweis erbracht. Der Dürer-Experte hatte den Holzschnitt in der Bibliothek Wolfenbüttel aufgestöbert.

Außerdem ist Schauerte sich sicher, dass die drei bislang als Einzelwerke gesehenen Bilder "Herkules", "Männerbad" und "Reiter und Landsknecht" zusammengehören. Sie stammen aus dem Jahr 1496, haben die gleiche Größe und befassen sich mit einem nichtchristlichen Inhalt. Lege man sie nebeneinander, zeige sich zudem eine durchgehende Horizontlinie und ein Hügel, der sich von einem Bild zum anderen fortsetzt.

Schauerte glaubt zudem, dass sich Dürer im Bild "Männerbad" selbst verewigt hat - als Zuschauer hinter einem Zaun, der auf eine Gruppe badender Männer blickt.

In Bilder "geschmuggelt"

"Dürer hat sich immer mal wieder in seine Gemälde geschmuggelt", sagte Schauerte - etwa in einen Holzschnitt von 1501 - wo sich Dürer als Teil einer Gruppe von Männern gezeichnet hat. "Und diese beiden Figuren sehen sich ähnlich."

Erwiesen ist diese These zwar nicht, es passt von der Bildbedeutung aber gut: Die Badenden sind unter anderen die griechischen Philosophen Sokrates und Platon. Und da Dürer kein Latein konnte, ist er von den Humanisten stets ausgeschlossen worden. Beeinflusst worden ist Dürers Frühwerk stark von seinem "geistigen Ziehvater" Celtis, mit dem er ab 1495 zusammengearbeitet hat.
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