Auftakt der Luisenburg-Festspiele
Tanzende und schnurrende Katzen

Mit Spannung, Leidenschaft und künstlerischer Qualität wollen die Schauspieler der Luisenburg-Festspiele für neue und vor allem positive Schlagzeilen sorgen. Bild: Holger Stiegler
Kultur BY
Bayern
16.06.2016
127
0

Letzte Woche sorgten die Luisenburg-Festspiele für Schlagzeilen, weil die Staatsanwaltschaft im Haus war. Ab 24. Juni sollen nur kulturell-künstlerische Schlagzeilen gemacht werden. Wie das geschehen soll, erläutert der Intendant Michael Lerchenberg.

Wunsiedel. Zu den Themen Staatsanwaltschaft, Beschlagnahmung von Akten und Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug will Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck an diesem Mittwoch nichts sagen. Viel lieber spricht er über die Zahl der Tickets, die im Vorverkauf abgesetzt werden konnten. "Wir knacken gerade die 120 000-Marke", stellt Beck zufrieden fest. Auch Lerchenberg lässt sich von den Ereignissen in der vergangenen Woche - zumindest öffentlich - nicht beeindrucken. "Der Theaterbetrieb lief vollkommen normal weiter", blickt er zurück.

In die Gegenwart holen


Die Konzentration aufs künstlerisch Wesentliche ist auch sinnvoll, denn am Freitag, 24. Juni, eröffnet mit der Premiere der bäuerlichen Groteske "Der verkaufte Großvater" von Anton Hamik die diesjährige Abend-Spielzeit. Regie führt Lerchenberg selbst, er setzt auf ein Werk, in dem "das Lachen und das Grauen nebeneinander stehen". Das Thema, so der Regisseur, sei hochaktuell.

Aus diesem Grund habe er das Stück auch in die Gegenwart geholt und "kein Theatermuseum" daraus gemacht. In die Rolle des gewieften Großvaters schlüpft "Grimme"-Preisträger Michael Altmann, weitere Rollen übernehmen C.C. Weinberger, Benedikt Zimmermann und Nikola Norgauer. "Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass wir die Rechte für 2016 bekommen", sagt Lerchenberg über das Musical "Cats" von Andrew Lloyd-Webber, das am Donnerstag, 30. Juni, Premiere feiert.

Für Regie und Ensemble sei das Musical eine Herausforderung, da "Cats" durchkomponiert und -choreographiert sei. "Die Bühne verlangt förmlich nach diesen Stück", betont Musical-Star Hardy Rudolz ("Phantom der Oper", "Cats", "Les Miserables"), der Regie führt und außerdem in die Rolle des "Gus" schlüpft. Als "Grizzabella" ist Musicaldarstellerin Kerstin Ibald zu hören.

Spannung und Liebe


Zur Verschmelzung von Schauspiel und Tanztheater kommt es bei der dritten Eigenproduktion der neuen Spielzeit: "Bluthochzeit" von dem spanischen Autor Federico Garcia Lorca feiert am Freitag, 15. Juli, Premiere. "Wenn man so will: die spanische Version von Romeo und Julia", erklärt Lerchenberg. Das Schauspiel ist ein spannender Krimi und großer Theatertext über Liebe und Leidenschaft inmitten erstarrter Traditionen. Regie führt Eva-Maria Lerchenberg-Thöny, die das Stück bereits zweimal als Tanztheater in Braunschweig und Innsbruck auf die Bühne gebracht hat. Auch TV-Star Katy Karrenbauer, Maria Kempken und Marc Schöttner wirken mit.

Das Familienstück "Am Samstag kam das Sams zurück" startete schon. Nach dem großen Erfolg des "Sams" des fränkischen Autors Paul Maar 2013 knüpfe man nun, so Lerchenberg, mit der Originalbesetzung dort an, wo man vor drei Jahren aufgehört hat: Simone Bartzick ist wieder als Sams zu sehen, Norbert Heckner als Herr Taschenbier und Gabi Dossi als Frau Rotkohl. Regie führt erneut Susi Weber.

Im Museumshof stehen in der Reihe "LuisenburgXtra" in der Saison 2016 zwei Produktionen auf dem Programm: Am Dienstag, 12. Juli, feiert "Weitere Aussichten" von Franz Xaver Kroetz Premiere, geschrieben für Therese Giehse. In Wunsiedel übernimmt Gabi Dossi die Rolle, Regie führt Steffi Baier. Ebenfalls im Museumshof zu sehen ist Lerchenberg mit seinem Programm "Karl Valentin. Abgründe eines Komikers" . Mit ihm streicht am Cello Jost-H. Hecker. Die erste Aufführung ist am Donnerstag, 21. Juli.

Klassiker dabei


Ein Konzert-Gastspiel auf der Felsenbühne gibt am Montag, 18. Juli, die Gipsy-Brass-Band "Fanfare Ciocarlia" . Kabarettist Helmut Schleich steht am Dienstag, 26. Juli, mit seinem Programm sowie dem Gstanzlsänger Sebastian Daller und dem Freien Fränkischen Bierorchester auf der Bühne.

Opern- und Operettenfreunde dürfen sich auf zwei Klassiker freuen: Die Operettenbühne Wien gastiert mit Carl Millöckers "Der Bettelstudent" (Premiere am Donnerstag, 11. August), die Landesbühne Sachsen bringt die Oper "Carmen" von Georges Bizet nach Oberfranken (Premiere am Freitag, 19. August).

___



Weitere Informationen:

www.luisenburg-aktuell.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.