Ausstellung der Werke von August Macke und Franz Marc
Von Pferden und bunten Farben

Eine Besucherin betrachtet das Gemälde "Die gelbe Kuh" (1911) von Franz Marc. Das Lenbachhaus in München zeigt die Ausstellung "August Macke und Franz Marc - Eine Künstlerfreundschaft". 100 Jahre nach Mackes Tod zeigt die Einrichtung erstmals eine Ausstellung, die sich der Freundschaft der beiden Künstler und ihrem künstlerischen Austausch widmet. Bild: dpa
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Bayern
29.01.2015
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Zwei Künstler, zwei Freunde: August Macke und Franz Marc pflegten eine herzliche Beziehung. Vier Jahre lang diskutierten sie über Kunst, malten und besuchten sich. Eine Ausstellung in München setzt sich nun mit dieser Freundschaft auseinander.

Dreikönigstag 1910: Der Maler August Macke fährt mit seinem Vetter und einem Freund von Tegernsee nach München. Sie wollen durch die Kunsthandlungen bummeln. In einer Galerie entdeckt Macke zwei Litographien, die ihn begeistern. So angetan ist der 22-Jährige, dass er den Künstler unbedingt treffen will.

Frauen machen weiter

Bald darauf steht Macke im Atelier von Franz Marc - und es beginnt eine enge Freundschaft, die ebenso herzlich wie inspirierend ist und nach dem Kriegstod der beiden Männer 1914 und 1916 von ihren Ehefrauen fortgeführt wird. Die Ausstellung "August Macke und Franz Marc. Eine Künstlerfreundschaft" im Kunstbau München setzt sich nun mit ihrer Beziehung auseinander.

Rund 200 Gemälde, Papierarbeiten und persönliche Dokumente zeigen die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede der beiden Künstler: Der spontane, direkte Macke und der nachdenklichere, reflektierte Marc, die in Gesprächen und Briefen über Farbtheorien diskutieren, sich gegenseitig immer wieder besuchen und anregen. Vieles war auch schon zuvor im Kunstmuseum in Bonn zu sehen, manche Werke bietet nur die Münchner Schau, so etwa "Kämpfende Formen" von Franz Marc oder Mackes "Türkisches Café".

Zu Beginn hängen die frühen Werke, bevor sie sich trafen: Etwa "Zwei Frauen am Berg" von Franz Mark oder August Mackes "Frau des Künstlers mit Hut", das er 1909 am Tegernsee malte - beide noch von impressionistischen Einflüssen geprägt. Später die zunehmende Farbigkeit, die Marc vor allem an Mackes Werken so faszinierte und kurz vor Kriegsbeginn dann abstraktere Bilder wie die "Farbige Formenkomposition" von Macke oder Marcs "Kämpfende Formen".

Ihr gemeinsames Großwerk dagegen ist nur als riesige Fotografie vertreten: Das Fresko "Paradies", das beide 1912 unter dem Eindruck der Arbeiten von Robert Delauney an die Wand von Mackes Atelier in Bonn gemalt hatten und das im Original nun im Westfälischen Landesmuseum in Münster aufbewahrt wird.

Auch Anekdoten sind mit den Bildern verbunden, so etwa mit "Bildnis Franz Marc", Ergebnis eines Wettmalens zwischen den Freunden aus dem Jahr 1910. Nach 20 Minuten waren sie fertig. Zu sehen ist jedoch nur Mackes Gemälde, der seinen älteren Freund in nachdenklicher Pose mit Baskenmütze und Pfeife verewigte. Das von Marc gemalte Bild fehlt, mit gutem Grund: "Das Porträt, das Franz von August machte, ist so furchtbar, dass man es keinem zeigen kann, wir nannten es immer ,Der Verbrecher'", schreibt dazu Mackes Witwe Elisabeth.

Nicht immer waren die beiden künstlerisch einer Meinung, wie etwa beim Zwist rund um die erste Blaue-Reiter-Ausstellung Ende 1911, bei der sich Macke nicht ausreichend vertreten fühlte. Doch ihre Freundschaft habe das nicht berührt, sagt Ausstellungskuratorin Annegret Hoberg von der Städtischen Galerie im Lenbachhaus.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen unter anderem die berühmten Tiergemälde Marcs wie "Der Tiger" oder "Blaues Pferd". Letzteres zeigt die Ausstellung auch in einer Kindervariante: "Blaues Pferdchen", "dem lieben Waltherchen Macke gewidmet".

Im Krieg gefallen

Bei so viel Zuneigung war das jähe Ende der Freundschaft umso schmerzlicher. Am 26. September 1914 fiel August Macke wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkrieges mit nur 27 Jahren, und auch Marc sollte am 4. März 1916 tödlich verwundet werden. Im Nachruf auf seinen Freund August hatte Franz Marc die Sinnlosigkeit dieses Sterbens auf den Punkt gebracht: "Sein Werk ist abgebrochen, trostlos, ohne Wiederkehr. Der gierige Krieg ist um einen Heldentod reicher, aber die deutsche Kunst ist um einen Helden ärmer geworden."
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