Autorin Sabine Dittrich liest im "Literarischen Café" - Schauspielerisch geprägter Vortrag - Im ...
Auf den Spuren eines radikalen Reformators

Historisch gewandet führte Sabine Dittrich im "Literarischen Café" auf eine spannende, szenische Reise - zurück in die Reformationszeit. Bild: wro
Kultur BY
Bayern
26.11.2016
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Marktredwitz. Das Ende ihres Werkes "Im Schatten der Verschwörung" wollte die Hofer Autorin Sabine Dittrich im "Literarischen Café" nicht verraten. "Aber es geht gut aus." Mit einem Beitrag zum Lutherjahr - wie die Leiterin des "Literarischen Cafés" Roswitha Budow die Autorenlesung mit Sabine Dittrich nannte - setzte die Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Wunsiedel (in Zusammenarbeit mit der Ackermann-Gemeinde und dem Institutum Bohemicum) die Lese- und Vortragsreihe im Egerland-Kulturhaus fort.

Bereits vor zwei Jahren begeisterte die einstige Buchhändlerin Sabine Dittrich mit ihrem Erstlingswerk "Erben des Schweigens". Sie überraschte diesmal nicht nur mit "Schatten der Verschwörung", einem historischen Roman, der in der Reformationszeit angesiedelt ist. Gekleidet wie vor rund 500 Jahren lud die Hoferin auch zu einer szenischen Zeitreise ein.

Matthias Kerner - Dittrichs frei erfundener Romanheld - kommt einer Verschwörung auf die Spur, die nicht nur sein sich anbahnendes Glück gefährdet. Auf der Suche nach dem Geheimnis seiner Herkunft trifft er auf den Reformator Thomas Müntzer. Unter keinen Umständen dürfe bekannt werden, dass Kerner der verloren geglaubte Sohn des radikalen Reformators ist, schilderte Dittrich kurz den Inhalt der vor einem Jahr erschienenen Erzählung.

Sabine Dittrich las betont, beeindruckte mit einem schauspielerisch geprägten Vortrag. Begleitet von sanfter Musik schlug sie die Seiten auf. Abrupt beendete sie dann die fast einstündige Zeitreise und meinte: "Den Rest dürfen Sie selber lesen." Dafür dass Müntzer das thüringische Mühlhausen in den Bauernkrieg geführt habe, habe Martin Luther seinen Freund einmal "Schwarmgeist", ja sogar einen "Satan" genannt. Dittrich weiter: "Dass Müntzer - als christlicher Reformator - auch auf dem Fünf-Mark-Geldschein der ehemaligen DDR abgebildet war, ist eher einem kleinen Irrtum zu verdanken." Dort nämlich habe man ihn für den ersten wahren Sozialisten gehalten, fügte die Hofer Autorin lächelnd hinzu. Bekannt wurde der Thüringer mit seinem Kirchenlied "Gott, heil'ger Schöpfer aller Stern'", das heute noch im Evangelischen Gesangbuch zu finden ist. Mit Spannung erwartet wird das neue Dittrich-Werk: "Tage der Wahrheit". Die in Thüringen angesiedelte Dorfgeschichte wird im kommenden Frühjahr im Buchhandel erhältlich sein.
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