Baulärm statt Operngesang

Baugerüste verhüllen das Königsportal des Festspielhauses am Grünen Hügel in Bayreuth. Wegen Schäden besteht Sanierungsbedarf. Weil die Bauarbeiten nur fortgeführt werden dürfen, wenn keine Proben oder Veranstaltungen sind, soll die Sanierung acht Jahre dauern. Bild: dpa
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Bayern
05.11.2015
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Kaum waren die Opernfans, Sänger und Musiker weg, haben am Bayreuther Festspielhaus die Sanierungsarbeiten begonnen. 30 Millionen Euro sind für die aufwendigen Arbeiten eingeplant - ob das reicht?

Bis zum Frühjahr soll die Hauptfassade des Bayreuther Festspielhauses saniert sein. Um auch im Winter weiter arbeiten zu können, werde eigens das Gerüst beheizt, sagte Architekt Detlef Stephan am Mittwoch. Ziel ist es, im März das Gerüst abbauen zu können. Die Besucher der Richard-Wagner-Festspiele könnten dann im Sommer vor einer rundum sanierten Fassade flanieren: Allein 4500 Steine im Ziegelmauerwerk werden derzeit ausgetauscht.

Acht Jahre für Sanierung

Das ist allerdings nur der Anfang der mehrjährigen Sanierung des weltberühmten Opernhauses aus dem 19. Jahrhundert: Der kaufmännische Direktor der Festspiele, Heinz-Dieter Sense, geht von einer Restaurierungszeit von bis zu acht Jahren aus. Denn gearbeitet werden kann nur, wenn nicht geprobt wird oder die Festspiele laufen. 30 Millionen Euro haben die Geldgeber - vor allem Bund und Freistaat - bereits zugesagt. Ob diese Summe ausreicht, wird sich im Frühjahr 2016 zeigen, wenn eine detaillierte Aufstellung aller notwendigen Arbeiten vorliegt. Denn auch im Inneren des Gebäudes herrscht nach Einschätzung von Stephan und Sense großer Sanierungsbedarf - vor allem bei der Elektrotechnik und auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit im Zuhörerraum.

In gutem Zustand

Gerade Funktionsräume müssten auch neu geordnet und aufgeteilt werden, ergänzte der Kölner Architekt, zudem wolle man sich die Lagerkapazitäten anschauen. "Denn sonst platzt das Haus aus allen Nähten." Der Zustand sei "eigentlich gut", sagte Stephan weiter. "Es war immer im Betrieb, es hat immer funktionieren müssen." Auch die Substanz sei gut. Begeistert zeigte er sich davon, dass die Handschrift des Komponisten Richard Wagner (1813 - 1883) noch deutlich zu spüren sei: "Da steckt ganz viel Wagner im Haus."
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