Eine übermütige Liebesgeschichte

Kultur BY
Bayern
24.08.2015
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Die Zutaten stimmen, das Rezept ist erprobt, und die Naturbühne der Luisenburg sorgt darüber hinaus für einen garantiert fröhlichen Theaterabend. Mit Fred Raymonds Erfolgs-Operette "Maske in Blau" erlebt Wunsiedel einen weiteren Höhepunkt dieser erfolgreichen Spielzeit 2015.

Fast schon zu Hause auf der Felsenbühne ist das Team der Operettenbühne Wien. Was Sänger, Chor und eine "Big Band" an diesem Abend bieten, das kennen die Leute: Nicht weniger als sieben sogenannte Evergreens bekommen sie an diesem Abend zu hören, verpackt in eine farbenfrohe italienische und lateinamerikanische Kulisse, in der ein temperamentvolles Team eine leidenschaftliche Liebesgeschichte spielt. Professor Heinz Hellberg hat das Orchestermaterial neu arrangieren lassen, weil er dem Umstand Rechnung tragen wollte, dass Raymonds Musik der Vorläufer des heutigen Musicals ist. Ein Mix aus klassischen Liedern, die jedes für sich Welterfolge wurden, fügt sich zusammen zu einem perfekt durchkomponierten Ganzen.

Märchenhafte Darbietung

Die Geschichte spielt freilich in der Zauberwelt von Träumen und Sehnsucht, erfüllt alle Voraussetzungen für ein Märchen, in dem schöne temperamentvolle Frauen um Männerherzen feilschen und verliebte Männer dem Glück nachjagen, um die halbe Welt, wenn es sein muss.

Der Maler Armando Cellini hat bei einer Kunstausstellung in San Remo mit seinem Gemälde "Maske in Blau" den ersten Preis gewonnen und sich dabei in die Schöne, die ihm - maskiert - Modell saß, unsterblich verliebt. Sie wird ihn wiedersehen in einem Jahr beim Blumencorso und als Pfand jenen Ring tragen, den der Maler ihr als Erkennungszeichen gegeben hat. Die argentinische Plantagenbesitzerin Evelyne Valera, die sich hinter der Maske verborgen hat, will den Maler wiedersehen. Doch ein Fremder namens Pedro dal Vegas, der hinter Evelynes Geld her ist, mischt sich ein. Die "Maske" gibt sich dem Maler zu erkennen und sinkt in seine Arme.

Der hinterhältige Pedro jedoch stiehlt der Frau den Ring und gibt ihn an den Künstler zurück - angeblich in Evelynes Auftrag. Die junge Liebe zerbricht. Doch Gonzala, der Majordomus der Argentinierin, wittert Unrat, bringt die Wahrheit heraus und das Paar wieder zusammen.

Bis es soweit ist, haben Armandos Freunde Josef Frauenhofer, Franz Kilian und die temperamentvolle Juliska noch viel zu tun. Dabei haben sie reichlich Gelegenheit, ihrem Übermut und ihrer Lebenslust freien Lauf zu lassen. Hier hinein hat Raymond Klassiker wie "die Juliska von Budapest", "Sassa, Sassa", "Ja, das Tem'rament" untergebracht. Das Publikum jubelt. Seinen schönen Tenor richtig zur Geltung bringen kann Thomas Markus als Armando in der Arie "Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen", eine jener unsterblichen Melodien, die seit der Uraufführung der Operette am 27. September 1937 um die Welt gegangen sind. Und wer kennt nicht das "Sassa" der Mainzer Hofsänger, die das Jubelstück aus dem letzten Bild der Operette berühmt gemacht haben.

Perfekte Show

Die Darsteller haben nicht nur schön gesungen, sondern auch sehr hübsch gespielt: Judit Bellai als Evelyne, Thomas Markus als Armando, Alexander M. Helmer als Frauenhofer, David Hojsak als Franz, Susanne Hellberg in der Rolle der Juliska, Urs Mühlenthaler als Gonzala und Heinz Hebberg als Pedro dal Vegas. Mit ihnen erlebten die Zuschauer eine schöne, wirklich märchenhafte Geschichte, die nicht durch Regen getrübt wurde. Die "Big Band" spielt zwar perfekt, tritt aber immer wieder etwas zu kräftig auf. Doch schauspielerisch wie musikalisch wird den Zuschauern eine perfekte Show geboten. Das Publikum dankt mit viel Beifall.
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