Familienfreundliche Wanderung auf dem Naturlehrpfad im Biotop Tauritzmühle
Der Natur und dem Biber auf der Spur

Tief hinein ins Biotop Tauritzmühle geht es auf dem gut vier Kilometer langen Naturlehrpfad im oberpfälzisch-oberfränkischen Grenzgebiet. Bilder: stg (2)
Kultur BY
Bayern
09.09.2016
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An der Tauritzmühle hat der Wanderer die Qual der Wahl: Neben dem Naturlehrpfad bieten sich noch viele weitere Wegstrecken an.

Die "Wilde Rose", der "Gemeinde Faulbaum" und der "Echte Wurmfarn": Wer solche Pflanzen liebt oder kennenlernen will, der bekommt sie rund um die Tauritzmühle bestens erklärt. Und dabei erfährt der Wanderer auch ausführlich, wo sich der Biber wohlfühlt.

Die heimische Natur präsentiert sich hier auf ihre kompakte Weise: Der "Naturkundliche Lehrpfad" bei der Tauritzmühle (Gemeinde Speichersdorf/Lkr. Bayreuth), der als Rundweg konzipiert ist, nimmt den Wanderer mit zu bekannten und unbekannten Baum- und Straucharten, aber auch mit zu einigen Blumen sowie zu Gräsern, Moosen und Farnen. Es geht durch den Wald, über Auen sowie am Bach entlang. Die Strecke ist zwar "nur" gut vier Kilometer lang, der Informationsgehalt des Weges kennt aber kaum Grenzen. Knapp 40 Schilder entlang der Route geben einen Einblick in die Flora, Interessierte können mit Hilfe von QR-Codes auf den einzelnen Tafeln ihr Wissen sogar noch weiter vertiefen. Je nach "Lernbereitschaft" hat man den Weg im oberpfälzisch-oberfränkischen Grenzgebiet in anderthalb bis zwei Stunden erwandert. Er eignet sich hervorragend für die ganze Familie, notfalls lässt er sich auch mit einem strapazierfähigen "Gelände-Kinderwagen" zurücklegen.

Heide-Kiefernwald


Der Weg ist perfekt ausgeschildert, die Markierung mit dem grünen Kreis auf weißem Weg gibt die Richtung vor. Der Wanderer verlässt die Tauritzmühle südwestlich über die Brücke des Tauritzbaches am Wassererlebnisplatz vorbei in Richtung Waldrand. Nach dem Waldparkplatz wird eine schmale Teerstraße überquert und es geht talabwärts durch einen Heide-Kiefernwald. Hier ist jetzt Vorsicht geboten: Am Ende des Waldes muss eine etwas größere Straße überquert werden. Auf einem schmalen Waldpfad - für Kinderwägen die große Herausforderung auf dieser Route - geht es weiter zum Wanderparkplatz und dann weiter zu den Kesselweihern.

Kurz darauf muss man rechts in einen schmalen Waldpfad abbiegen. Der mäßig ansteigende Weg kreuzt im weiteren Verlauf eine Forststraße, und weiter geht es bis erneut die bereits einmal überquerte größere Straße erreicht wird.

Gute Orientierung


Von dort geht es hinab ins Tal des Tauritzbaches, der überquert wird. Auf einem Schotterweg geht es weiter bis die Route durch das so genannte "Tannenholz" wieder in Richtung Tauritzmühle führt. Der letzte Abschnitt führt schließlich über Felder und Wiesen, dank der guten Beschilderung geht aber auch hier die Orientierung nie verloren.

Die Informationen auf den Tafeln laden zum Verweilen und Lesen ein: Der Wanderer erfährt beispielsweise, dass die Hain-Sternmiere häufig im Ufergebüsch der Bäche und Flüsse zu finden ist, dass es sich bei der Weinrose um eine in unserem Raum ziemlich seltene Wildrosenart handelt, die meist in lichten Kiefernwäldern an windgeschützten Stellen und vorzugsweise auf kalkhaltigen Böden gedeiht, und dass die Moorbirke feuchte, moorige Lagen liebt und ihre Samen als Vogelnahrung dienen.

Kurz vor dem Ziel darf der Wanderer noch dem Biber in die "Wohnung" schauen: Seit etwa 14 Jahren hat sich die Biberfamilie im Tauritzbach angesiedelt. Für Besucher gibt es zwei Holzstege mit Beobachtungsplattformen, von denen aus man mit etwas Glück die Biberfamilie beobachten kann - die größte Wahrscheinlichkeit hat man am Morgen und am Abend bei absoluter Stille. Auf großen Infotafeln werden zahlreiche Informationen über die Lebensweise der Biber dargestellt.

Der Naturlehrpfad des Fichtelgebirgsvereins Speichersdorf e.V. wurde bereits 1983 errichtet. Vor knapp zwei Jahren wurde die Beschilderung komplett erneuert und auch fachlich auf den aktuellen Stand gebracht. Lernen, Wandern und Natur genießen wird hier in harmonischen Einklang gebracht.

Tipps zur Route


Anreise: Wer mit dem Auto aus Richtung Amberg kommt, folgt der B 299 bis Pressath, wo die Hauptstraße nicht verlassen wird, sich aber der Name in Staatsstraße 2665 ändert. Weiter geht es dann in Richtung Kemnath/Marktredwitz: In Kemnath einbiegen in die B 22 Richtung Bayreuth und der Straße folgen bis zum Weiler Lettenhof. Dort rechts abbiegen nach Göppmannsbühl und in dem Ort der ausgeschilderten Straße in Richtung Tauritzmühle folgen.

Aus Richtung Weiden kommend, empfiehlt sich die Anfahrt über die B 22 in Richtung Bayreuth, ab Kemnath dann dieselbe Strecke. Die Tauritzmühle kann relativ problemlos kombiniert mit Bahn und Rad erreicht werden: Vom Bahnhof Haidenaab-Göppmannsbühl sind es etwa 1,5 Kilometer zur Tauritzmühle, vom Bahnhof Kirchenlaibach aus knapp vier Kilometer.

Gastronomie: Die gebührende Einkehr kann in der Tauritzmühle erfolgen - entweder vor der Wanderung, oder natürlich auch im Anschluss. Geöffnet hat die Gaststätte immer von Mittwoch bis Freitag ab 16 Uhr sowie am Samstag, Sonntag und an Feiertagen ganztägig.

Für Kinder: Das "Erlebnis" Wasser wurde auch für Kinder greifbar und verständlich gemacht. Direkt neben der Tauritzmühle wurden in einem etwa 25 Meter langen Bereich des Tauritzbachs Steine verlegt, Treppen, Wasserräder und Sandbänke errichtet und es wurde ein großer Biberbau nachgeahmt. Der Wassererlebnisplatz lädt vor allem kleine Entdecker dazu ein, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und zu erkunden.

Wegbeschreibungen: Ausführliche Informationen zum Naturlehrpfad sowie zur Tauritzmühle und den weiteren Wander- und Freizeitangeboten gibt es im Internet unter www.tauritzmuehle.de sowie www.fgv-speichersdorf.de. Ein Flyer zum Lehrpfad ist vor Ort im Infokasten erhältlich.
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