„Fanfare Ciocarlia“ auf der Luisenburg
Mächtiges Wummen am Berg

Die Roma-Combo "Fanfare Ciocarlia" präsentierte bei den Luisenburg-Festspielen energiegeladenen "Gipsy Brass" in Vollendung. Bild: stg
Kultur BY
Bayern
20.07.2016
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Blechmusik kann so vielfältig sein: Die Luisenburg-Festspiele sorgen in diesem Jahr für "rumänisches Blech" vom Feinsten. Und etwas "James Bond" ist auch dabei.

Wunsiedel. Die Katzen, die Tänzer und der quirlige Großvater haben einmal Pause. Was aber nicht bedeutet, dass auf der Bühne nichts los ist. Ganz im Gegenteil: Es wird dort angeknüpft, wo im vergangenen Jahr "LaBrassBanda" aufgehört haben. Wo die Felsen der Luisenburg-Bühne 2015 schon leicht ins Wanken gerieten, setzen die Musiker aus Rumänien am Montagabend noch eines drauf. "Fanfare Ciocarlia" nennt sich das Ensemble, das seit zwei Jahrzehnten Blechmusik in traditioneller Form mit modernen Einflüssen präsentiert.

Eigentlich schon ein Hämmern mit einer unglaublichen Schlagzahl und einer Wucht, das die Ohren fast wegfliegen lässt. Manchen Zuhörern, die vorzeitig den Zuschauerraum verlassen, dürften es in der Tat einige Dezibel zu viel sein, mit denen sie und die Felswand beschallt werden. Andererseits: Diese Musik muss "wummen",, muss auf der Haut zu spüren sein, muss durch Mark und Knochen gehen.

Zwölf Musiker


Aus Zece Prajini kommen die zwölf Musiker auf der Bühne, das ist ein kleines Dorf am Rande der rumänischen Karpaten. Die Roma-Combo tobt sich aus auf der Bühne, erreicht bereits beim ersten Stück des Abends ein gewaltiges Energielevel. Schnell gerät die Luisenburg in Bewegung - sowohl Publikum wie auch Musiker.

Nach wenigen Minuten stehen schon die ersten Besucher vor der Bühne, es wird getanzt (später dann auch auf der Bühne), geklatscht und gejubelt. "Gipsy Brass in Vollendung" kann man ohne Übertreibung feststellen. Und auch die Akteure auf der Bühne sind nicht zu bremsen, sie hüpfen, springen und tanzen was das Zeug hält. Zu vielen Liedern wird dann auch gesungen - für die meisten Zuhörer zwar in einer unbekannten Sprache, der Stimmung tut es aber keinen Abbruch. Und zwischendrin klingt dann doch Bekanntes durch, was diese "Blechmusik-Wahnsinnigen" darbringen: "Mr Lover Lover", "Summertime", "Born to be wild" oder die Titelmusik der James-Bond-Filme. Waghalsige und lebensfrohe Blasmusik, die die Luisenburg erobert. Und immer wieder rasante Wechsel der Tempi, es fehlt nicht viel zum Techno-Beat.

Fulminante Zugaben


Die dunkel gewandeten Herren auf der Bühne, viele von ihnen des jugendlichen Alters schon enthoben, geben Vollgas, schonen weder sich noch ihre Instrumente. So ist es wohl dem Tempo geschuldet, dass nach 80 Minuten offiziell Schluss ist - mit zwei fulminanten Zugaben verabschieden sich die Rumänen schließlich aus Oberfranken.
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