Fotaoausstellung zu Inszenierungen
Besonderer Moment

"Tristan und Isolde" an der Staatsoper Berlin von 2006, in einer Inszenierung von Stefan Bachmann, im Bühnenbild von Herzog & de Meuron. Die Kostüme sind gestaltet von Annabelle Witt, das Licht von Andreas Fuchs.
Kultur BY
Bayern
16.07.2016
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"Walküre" an der Hamburgischen Staatsoper von 2008, in einer Inszenierung von Claus Guth, Bühne und Kostüme von Christian Schmidt, das Licht ist gestaltet von Michael Bauer.

Wie kommen Wagner-Opern außerhalb von Bayreuth auf die Bühne? Eine Ausstellung in der Festspielstadt zeigt, was Regisseure in aller Welt aus den Klassikern machen.

Bayreuth. Mehr als 20 Jahre Wagner-Inszenierungen in aller Welt zeigt eine Ausstellung in Bayreuth. Pünktlich zur diesjährigen Festspiel-Saison bringt das Richard-Wagner-Museum Fotografien von Monika Rittershaus, einer renommierten Theater-Fotografin, aus den Jahren 1992 bis 2016 in der Schau "Wagnerbilder" zusammen. "Es ist eine Tour d'horizon über die Wagner-Interpretationen von Bühnen aus aller Welt", sagte Museumsdirektor Sven Friedrich. "Theater ist flüchtig. Aber in den Bildern von Monika Rittershaus wird immer ein charakteristischer Moment der Inszenierung festgehalten."

Die Ausstellung wird am Sonntag, 17. Juli, eröffnet. Monika Rittershaus, geboren 1963 in Wuppertal, arbeitete als Theaterfotografin für die Staatsoper Berlin, für das Berliner Ensemble, die Oper Frankfurt und die Salzburger Festspiele und kooperierte mit Regisseuren wie Achim Freyer, Claus Guth, Christof Loy, Claus Peymann und Barrie Kosky.

In Bayreuth aber war sie Friedrich zufolge noch nicht. "Es ging darum zu zeigen: Wagner findet eben nicht nur in Bayreuth statt", sagte der Museumsdirektor. "Es gibt ja eine große stilistische Vielfalt der Inszenierungen, manchmal zum Missfallen der Wagnerianer." Diese komme in den Fotografien zum Ausdruck - besonders der moderne und postmoderne Stil im Kontrast zum historischen Wagnerbild.

Die Theaterfotografie ist eine besondere Disziplin der Fotokunst. Das Theater entzieht sich als performative, dynamische Kunstform dem fixierten Moment der in der Fotografie erstarrten und gleichsam geronnenen Zeit. Es kommt daher darauf an, nicht nur die künstlerische Intention einer Opernproduktion und ihrer Urheber im festgehaltenen Augenblick zu erfassen, sondern auch ihren spezifischen inneren und äußeren Rhythmus. Eine gelungene Theaterfotografie ist mithin nicht nur Dokumentation, sondern stets auch Interpretation und Darstellung von Theaterästhetik.

Monika Rittershaus gelingt dies in ihren Fotografien auf faszinierende Weise. Geradezu symbolisch fassen ihre Momentaufnahmen den Geist einer Operninszenierung wie in einem Brennglas zusammen. Insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Figur und Raum kommt dabei besondere Bedeutung zu. Dabei versteht Monika Rittershaus sich auch in der zugleich individuellen wie typischen Zeichnung der Operngestalten und ihrer Charaktere. Das Theater als vergängliche Kunst über den Menschen erscheint in den Fotografien von Monika Rittershaus nicht als Dokumentation vergänglicher Geschichte historischer Aufführungen, sondern in seiner ganzen spannenden Gegenwärtigkeit und Lebendigkeit.

Die Ausstellung präsentiert die Fotografien auf unterschiedliche Weisen - als Großformate, aber auch im kleinen Format auf Pinnwänden oder in den Raum projiziert.

ServiceAusstellung: "Wagnerbilder. Monika Rittershaus. Fotografien 1992-2016. Bis 20. November.

Ort: Richard-Wagner-Museum, Richard-Wagner-Straße 48, 95444 Bayreuth

Information: 0921/757-28-16.

Öffnungszeiten: September bis Juni: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr. Juli und August: Täglich 10 - 18 Uhr.

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Weitere Informationen:

www.wagnermuseum.de
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