Germanwings Absturz: Unter den Toten ist auch ein Oberbayer
Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes auch in Bayern

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande in Seyne Les Alpes. Merkel, Hollande und der spanische Ministerpräsident Rajoy haben sich zuvor die Unglücksstelle angeschaut. (Bild: Daniel Naupold/dpa)
Kultur BY
Bayern
25.03.2015
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Tiefe Trauer nach dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich, auch in Bayern wehen die Fahnen auf Halbmast. Nun wurde bekannt: Mindestens einer der Toten lebte in Oberbayern. Die Bayreuther Festspiele trauern überdies um zwei Sänger, die diesen Sommer singen sollten.

Trauer um die Opfer des Flugzeugabsturzes auch in Bayern: Mindestens einer der Toten kam aus Oberbayern, ein weiterer hatte hier Familie, lebte aber selbst im Ausland. Das bayerische Innenministerium bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht des «Münchner Merkur» und der «tz», machte aber keine näheren Angaben zur Identität der Verunglückten. Auch die Bayreuther Festspiele müssen einen schmerzlichen Verlust verkraften: Zwei ihrer Sänger, die Altistin Maria Radner und der Bassbariton Oleg Bryjak, saßen in der Unglücksmaschine von Germanwings, die am Dienstag in den französischen Alpen zerschellt war.

"Wir sind erschüttert und voller Trauer"

Der Freistaat ordnete unterdessen Trauerbeflaggung an - an staatlichen Dienstgebäuden sollen bis Freitag die Fahnen auf Halbmast wehen. Der FC Bayern gedachte der Opfer mit einer Schweigeminute auf dem Trainingsgelände an der Säbener Straße. In sozialen Netzwerken hatten Bayern-Profis Angehörigen der Opfer ihr Beileid ausgesprochen. Die Sänger Bryjak und Radner waren auf dem Rückweg von Barcelona, wo sie im Gran Teatre del Liceu aufgetreten waren. «Wir sind erschüttert und voller Trauer», teilten die Festspielchefinnen Katharina Wagner und Eva Wagner-Pasquier mit. Bryjak gehörte als Alberich zum Ensemble der «Ring»-Inszenierung. Die Festspiele hätten einen großartigen, vitalen Künstler verloren, bedauerte die Festivalleitung. Radner sollte in diesem Jahr in Bayreuth im «Ring des Nibelungen» als Rheintochter Floßhilde und erste Norn debütieren. Ihr Ehemann und ihr Kind hatten sie nach Barcelona begleitet und kamen bei der Katastrophe ebenfalls ums Leben.

Betreuungsstelle am Flughafen München

«Wir sind bestürzt und betroffen über das Flugzeugunglück von gestern morgen», sagte auch der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler. Radner und Bryjak seien dem Haus verbunden gewesen. «Ich möchte an dieser Stelle im Namen des gesamten Hauses den Angehörigen aller Opfer meine Anteilnahme und mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken.» Ob weitere Passagiere des Todesfluges aus Bayern stammen, war am Mittwoch noch unklar. Am Flughafen München sollte unterdessen eine Betreuungsstelle für Angehörige eingerichtet werden. Die Stelle sei in Planung, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Einen Zeitpunkt für den Start nannte sie aber noch nicht. Seit Dienstag gibt es bereits eine Auskunfts- und Vermisstenstelle der Flughafenpolizei München. Unter der Telefonnummer 0800/7766350 können besorgte Angehörige anrufen. An Bord der abgestürzten Maschine waren 144 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder, davon vermutlich 72 Deutsche.