„Ham kummst“ macht „Seiler & Speer“ zu Senkrechtstartern – Ausverkauftes Konzert beim ...
Neuer Austro-Pop mit Ohrwurm-Potenzial

Kultur BY
Bayern
05.07.2016
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Straubing. Die Nummer, die diesen Abend im prallvollen Konzert-Zelt erst ermöglicht, heben sie sich auf bis zum Schluss. Denn sie wissen: 5000 Besucher wollen den Song hören, der seit Wochen bei den Musiksendern rauf und runter läuft und schließlich zu ausverkauften Häusern dieser Tour führt: "Ham kummst" erfüllt dann auch alle Erwartungen und gerät zum unumstrittenen Höhepunkt des Auftritts von "Seiler & Speer" beim Bluetone-Festival. Sie selber sagen, dass sie grundsätzlich mit nichts rechnen. Doch dieses Lied hat sich auf alle Fälle für sie "gerechnet". Denn mit "Ham kummst" ist den beiden Niederösterreichern aus Bad Vöslau ein absoluter Knüller gelungen. Seit Wochen gibt es schon keine Karten mehr - vor allem das junge Party-Publikum ist es, das auf diesen Abend brennt. Christopher Seiler und Bernhard Speer, vor "Ham kummst" vorwiegend als Kabarettist und Filmemacher unterwegs, steigen furios ein.

"Soits lebn" spielen sie mit ihrer achtköpfigen Band - fünf Musiker und drei Background-Sängerinnen - und geben damit nicht nur den Ton an, sondern auch die Richtung vor: Leben und leben lassen. Seiler (30) als Sänger und Speer (32) als singender Gitarrist brauchen die Stimmung nicht lange anzuheizen, sie kommt wie ein Selbstläufer von 0 auf 100.

Vertrauter Dialekt


Ihre Texte erinnern ein wenig an Austro-Pop alias Ambros, Fendrich und Co. Sie handeln schwerpunktmäßig auch von Liebe, Leidenschaft, Lebensbewältigung und Lust auf mehr. Zwar fehlt ihnen ein wenig der Tiefgang, wie man ihn von den "großen" Österreichern kennt, doch deshalb sind sie nicht weniger populär. Dafür sorgt schon die einfach, aber eingängig gestrickte Musik. "Servas baba", "Setz di her", "I wü ned" oder "Bonnie und Clyde" und wie sie alle heißen, behandeln in tiefstem Dialekt die Herzensangelegenheiten der beiden Musiker.

Dass sie damit gerade in Bayern so gut wie zuhause verstanden werden und ankommen, freut sie dem Vernehmen nach ganz besonders. Zwölf Titel enthält das Debüt-Album. Recht viel mehr geht auch bei einem Live-Konzert nicht. "Seiler & Speer" strecken sich schon nach der Decke, um die ihnen zugedachten eineinhalb Stunden nach zwei Vorbands zu füllen. Zwischendurch bemühen sie da auch in Bierzelt-Manier das "Prosit der Gemütlichkeit". Oder bauen eine musikalisch dünn unterlegte Sequenz aus ihrer österreichischen Satire-Kult-Serie "Horvath's los" ein.

Wieder am Anfang


Am Ende gelangen sie wieder dort an, wo sie angefangen haben. Nach dem mit einer Hommage an Straubing erweiterten "Ham kummst" und der eingespielten Culture-Beat-Nummer "Mr. Vain" gibt's nochmals den Starter zu hören: "Soits lebn" bei einem Regen aus Papierschnipsel und Folienschlangen, ausgelöst durch gefütterte "Kanonen" an der Bühnenrampe. Die Fans, die "Seile und Speerle" - wie sich die Zwei selber im Dialog gerne nennen - zujubeln, scheinen unendlich glücklich zu sein.

Sie gehen aber auch im Ungewissen, wie es nach "Ham kummst", einem Donnerschlag um ein Säuferschicksal und die "Gitte", weiter geht mit den beiden neuen Austro-Pop-Sternen: Leuchten sie noch länger oder gehen sie so schnell unter wie sie kometenhaft aufgestiegen sind?

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Weitere Informationen:

www.seilerundspeer.at

Über das DuoDer Komiker und Schauspieler Christopher Seiler und der Filmemacher Bernhard Speer sind als das Duo "Seiler und Speer" unterwegs. Lebensnahe Texte, die sich um Alltagssituationen drehen, prägen ihre Lieder. Aus dem Spaß-Projekt wurde mit der Zeit aber musikalischer Ernst. Die Single "Ham kummst" punktet mit österreichischem Schmäh, in der sich der Hörer wiedererkennt. Ihr Album ist ein Mix aus bitterböser Romantik, Alltagskomik und Gassenhauern.
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