"Horror" und "Tanz der Vampire"
Blutiges Jahresfinale am Deutschen Theater

Das Deutsche Theater in München lässt ab 6. Oktober wieder die Vampire tanzen. Bild: eventpress/Stage
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Bayern
01.09.2016
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Eine junge Frau erlebt im Grusel-Haus den blanken "Horror". Bild: Sanne Peper

Das Beste kommt zum Schluss - und der wird ziemlich gruselig. Mit "Horror" und "Tanz der Vampire" setzt das Deutsche Theater in München zum blutigen Jahresendspurt an. Dabei bleiben beim Gemetzel Nervenkitzel und Humor keineswegs auf der Strecke. Denn selten wurde mit so viel Anspruch und Stil gemordet.

München. Die Blutsauger sind zurück. Mit dem "Tanz der Vampire" feiert in München am 6. Oktober eines der erfolgreichsten in deutscher Sprache kreierten Musicals Premiere: Mehr als 7,5 Millionen Besucher haben es seit seiner Uraufführung am 4. Oktober 1997 im Wiener Raimund Theater gesehen. Mit Übersetzungen in zehn Sprachen und Aufführungen in zwölf Ländern wurde es zum international gefeierten Hit.

Grundlage des Kult-Musicals ist Roman Polanskis Film "Tanz der Vampire" ("The Fearless Vampire Killers or Pardon Me But Your Teeth Are In My Neck") aus dem Jahr 1967. Darin kommt der kauzige Forscher Professor Abronsius auf der Suche nach Vampiren in Transsilvanien seinem Ziel gefährlich nahe. Sein junger Assistent Alfred verliebt sich in die Wirtstochter Sarah - doch auch der düstere Graf von Krolock will die Schöne besitzen und lockt sie auf sein Schloss.

20 Jahre nach dieser Genre-Parodie brachten die Vereinigten Bühnen Wien den Erfolgsfilm als Musical auf die Bühne - mit Polanski als Regisseur der Weltpremiere. Denn das Musical sollte "auf keinen Fall eine Kopie des Filmes werden". Der deutschsprachige Erfolgsautor Michael Kunze setzte die Bildsprache des Films in Szenen, Songs und Chöre um.

Opulente Szenen


Humorvoll erzählt und opulent inszeniert entfaltet sich seitdem eine gruselig-schöne Geschichte, die ihren Höhepunkt auf dem Mitternachtsball im Schloss des Vampirgrafen findet. Die Musik schrieb Jim Steinman, der die ganz spezielle Atmosphäre musikalisch in packende Balladen umsetzt. Entstanden ist eine perfekte Mischung aus umwerfender Komik, fulminanten Tanzszenen und üppiger Ausstattung. Dabei bietet die Münchener Inszenierung den Musicalfans gleich zwei hochkarätige Grafen. Thomas Borchert gibt bis zum 19. November das dämonische Vampir-Oberhaupt, Jan Ammann danach bis zum 15. Januar 2017.

Grauenhafte Liebeserklärung


Zuvor kommen die Liebhaber des Gruselfilms voll auf ihre Kosten. Das neue Stück des schwedischen Regisseurs und filmbesessenen Jakop Ahlbom "Horror" ist eine elegante Referenz an Klassiker von "House on Haunted Hill" über "Rosemary's Baby" bis hin zu "The Ring". Dabei ist das intelligente Theaterspektakel, das am 14. September Premiere feiert, ein eigenständiger, psychologischer Thriller, der vom Erforschen eines Kindheitstraumas handelt.

Eine junge Frau, kehrt in das Haus ihrer sadistischen Familie zurück, in dem sie gequält und misshandelt wurde. Sie wird dort mit ihrer unterdrückten Vergangenheit konfrontiert. Der einzige Weg zu überleben, ist, ihren Ängsten ins Auge zu sehen.

Ein menschenleeres Haus, eine stürmische Nacht, ein gespenstisches Mädchen mit Seelen stehlenden Augen. Was mit unheimlichen Schatten an der Wand beginnt, eskaliert in einem atemberaubenden Blutbad. Ahlbom verwebt diese für das Genre so typische Textur von Angst und Farce mit wilden Zombie-Kämpfen und viel herumspritzendem künstlichen Blut in einer nervenaufreibenden dramatischen Handlung, verstärkt durch eine Atmosphäre ungreifbarer Realität.

Dabei nutzt er Spezialeffekte, die es in der Theaterwelt vorher so nicht gegeben hat. Dieses umfassende und spannende visuelle Spektakel lässt die Zuschauer an den Rand ihrer Sitze rutschen, während sie sehen, wie das Unmögliche möglich wird. Ein Muss - nicht nur für Genrefans.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
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