Kameramann aus Wiesau
Gerhard Büttner drehte Fernsehfilm auf Kuba

Gerhard Büttner bei der Aufnahme von Stimmungsbildern in Kubas Hauptstadt Havanna. Bild: hfz
Kultur BY
Bayern
11.12.2015
126
0

"Kameramann werden" war sein Kindheitstraum. Den hat sich Gerhard Büttner erfüllt. Er drehte auf Kuba den Fernsehfilm "Kubanisch für Fortgeschrittene", der am Sonntag, 13. Dezember im Zweiten läuft. Uns erklärt er, wie es dazu kam.

Weiden/München. Der 32-jährige Büttner - geboren und aufgewachsen in Wiesau (Landkreis Tirschenreuth) - arbeitete im Frühjahr 2015 auf Kuba mit einem Team um die Schauspieler Uwe Ochsenknecht und Jutta Speidel an dem Abendfilm "Kubanisch für Fortgeschrittene" , der am Sonntag, 13. Dezember (20.15 Uhr) im ZDF läuft. Der Film ist eine heitere Komödie über fünf Deutsche im besten Alter, die nach und nach in der kleinen kubanischen Pension "Esperanza" einchecken: Da trifft deutsche Zielstrebigkeit und Perfektion auf kubanische Lebensfreude und Lässigkeit. Was Gerhard Büttner an Kuba und dem Filmdreh so fasziniert hat, erzählt er im Interview.

Herr Büttner, wie kamen Sie zu Ihrem Beruf als Kameramann?

Gerhard Büttner: In unserer Familie gibt es ein Elektrogeschäft. Schon als Kind habe ich da gespielt und vor allem mit den Kameras experimentiert. Während der Schulzeit habe ich auch oft anstelle von Referaten einfach Videos gedreht. Das Filmen wurde irgendwann zu meiner Leidenschaft und meinem Berufswunsch. Ich habe zuerst ein technisches Praktikum gemacht, da durfte ich Test-Filme drehen und beim Reparieren der Kamera helfen. Bei meinem zweiten Praktikum war ich in der Regie tätig. Im Gespann mit meinem Regisseur und dem ersten Kameramann bin ich nun seit 10 Jahren schon unterwegs - 5 Jahre als Regieassistent und als die zweite Kamera frei wurde als Kameramann.

Bei welchen Produktionen konnten Fernsehzuschauer Ihr Können bereits bewundern?

Büttner: Ich war B-Kameramann bei der Serie "Der letzte Bulle" und beim Abendfilm "Wir haben gar kein Auto" von Jutta Speidel. Ansonsten habe ich bisher einige Fernsehfilme gedreht und seit vier Jahren regelmäßig "Um Himmels Willen".

Wie war die Arbeit zum jetzigen Film mit den Fernsehstars Uwe Ochsenknecht und Jutta Speidel?

Büttner: Die waren alle sehr angenehm. Jutta kenne ich schon länger, das ist bereits mein vierter Film, den ich mit ihr drehe. Sie ist wahnsinnig lieb! Uwe Ochsenknecht ist sehr professionell und konzentriert. Das Verhältnis ist distanzierter, man kommt nicht so ins Plaudern und die Gespräche bleiben meist rein beruflich.

Wie lange dauerte der Dreh?

Büttner: Wir haben gut fünf Wochen gedreht. Ich bin aber dann noch länger geblieben, um mir die Insel anzuschauen.

Wie fanden Sie Kuba?

Büttner: Sehr beeindruckend! Kuba stand schon immer auf meiner Liste der Wunsch-Reiseziele. Da war es natürlich toll, dass das Filmangebot kam. Man fühlt sich wirklich in eine ältere Zeit zurückversetzt. Das ist so eine gemütliche Welt, die Kubaner sind alle hilfsbereit. Havanna strahlt in der Pracht aus einer vergangenen Zeit. Die Mauern der Häuser bröckeln zwar, aber alles zieht einen in seinen Bann. Überall Musik, Lebensfreude und die Menschen lächeln an jeder Ecke.

Erzählen Sie doch, wie ein typischer Drehtag für Sie abläuft.

Büttner: Das deutsche Team wurde jeden morgen von drei Bussen am Hotel abgeholt - insgesamt waren wir 15 bis 20 Deutsche. Oft war die Abfahrt sehr früh, gegen 6 Uhr, je nachdem welche Lichtverhältnisse beim Dreh gebraucht wurden. Dann gabs zuerst eine Probe am Set. Wir schauten uns an beispielsweise an, wie die Szene aussieht und wo genau sich die Schauspieler im Raum bewegen. Dann wird die Technik aufgebaut. Die Schauspieler proben eine Szene drei bis vier Mal, dann beginnt der Dreh. An einem Tag dreht man ungefähr fünf Minuten Film.

Was ist Ihre Aufgabe als zweiter Kameramann?

Büttner: Die erste Kamera ist zuständig für Aufnahmen in der Totale. Ich mache dann mit der B-Kamera die Nahaufnahmen der Schauspieler. Und zusätzlich war ich eingesetzt für die sogenannte "Second Unit". Sechs Tage lang war ich mit meinem Kameraassistent unterwegs und habe Stimmungsaufnahmen von Havanna gemacht. Am normalen Set waren da alle ziemlich neidisch, weil ich sehr viel von der Stadt und der Insel gesehen habe. Wir waren auch in ärmeren Vierteln unterwegs und haben dann die Kinder durch die Kamera schauen lassen.

Was ist für die nächste Zeit geplant?

Büttner: Im Januar fliege ich nach Südafrika und drehe dort einen Porträtfilm über einen südafrikanischen Winzer. Und danach geht es wieder weiter mit "Um Himmels Willen".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.