Kinderstück-Premiere auf der Luisenbrug
Ein Sams zum Verlieben

Das Sams (Simone Bartzick) und Herr Taschenbier (Norbert Heckner) sind am Mittwoch auf die Luisenburg-Bühne zurückgekehrt. (Foto: stg)
Kultur BY
Bayern
02.06.2016
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Für Herrn Mon (Paul Kaiser) und Frau Rotkohl (Gabriele Dossi) bringt die Rückkehr des Sams nicht nur Trubel, vielmehr entdecken beide auch ihre Zuneigung zueinander - da lässt es sich dann auch gut ein Tänzchen wagen.

Für die Luisenburg-Festspiele macht es eine Ausnahme, da erscheint es auch am Mittwoch. Das Familienstück "Am Samstag kam das Sams zurück" feiert Premiere, nach dem großen Sams-Erfolg im Jahr 2013 steht nun die Fortsetzung auf dem Freilichtbühnen-Spielplan.

Wunsiedel. Das kleine dicke Etwas sorgt für ganz viel Stimmung und Verwirrung auf der Bühne. Das ausgestopfte Gewand ist in zwei verschiedenen Blautönen gehalten und mit einem gelben Streifen ergänzt worden, die rüsselartige Nase und die roten Haare komplettieren die skurrile Erscheinung. Die Kindern im Publikum - es sind zu über 90 Prozent Kinder an diesem Vormittag - sind bereits beim ersten Erscheinen des Sams begeistert. Genau drei Jahre ist es her, dass das Sams die Luisenburg verlassen hat. Und nun ist die Figur des fränkischen Autors Paul Maar mit voller Wucht zurückgekehrt.

Korrekt und schüchtern


Mit Fortsetzungen ist es ja bekanntlich oftmals so eine Sache: Selten wird die Qualität des 1. Teils erreicht, unzählige Filme in verschiedenen Genres führen dies regelmäßig vor Augen. Mit dem Sams auf der Luisenburg ist dies anders: Das belegt schon der Blick auf die Macher auf und hinter der Bühne. Mit wenigen Ausnahmen hat sich jenes Team versammelt, das bereits 2013 erfolgreich war. Simone Bartzick wirbelt wieder mit einer hinreißenden Unbekümmertheit in der Titelrolle über die Felsenbühne. Ein Sams zum Verlieben und zum Knuddeln. Dabei ist auch wieder Norbert Heckner als sein "Papa", in seiner Paraderolle als stets korrekter und schüchterner Herrn Taschenbier. Und auch der begnadete und Klarinette spielende Erzähler Johann Anzenberger, der zudem als schräger Papagei "Herr Kules" glänzt, fehlt nicht.

Doch am Anfang des Stückes fehlt erst einmal jemand - nämlich das Sams. Es ist weg und Herr Taschenbier vermisst es sehr. Wie aber bekommt man ein Sams zurück? Herr Taschenbier hat die Lösung parat: indem man die Wochentage wörtlich nimmt und dann hofft. Am Montag kommt Herr Mon (Paul Kaiser) zu Besuch, Dienstag und Mittwoch sind eh kein Problem.

Und damit es am Donnerstag auch wirklich "donnert", lässt sich Herr Taschenbier ein großes "Donnerblech" schicken. Der Freitag ist arbeitsfrei - und siehe da, am Samstag ist das Sams wieder da. Mit ihm Gepäck natürlich viele "Wunschpunkte" und einen Mordshunger. Die Wünsche sorgen für allerlei Trubel auf der Bühne, besonders auch bei der glänzend spielenden Gabriele Dossi als Frau Rotkohl sowie bei Herrn Taschenbiers sorgsamen und ordnungsfanatischen Nachbarn Herrn Lürcher (Franz Josef Strohmeier) - und darüber hinaus für gute Stimmung und viele Lacher im Publikum.

Richtiges Chaos


Mit der Wunschmaschine geht es schließlich sogar auf die vermeintlich verlassene Südsee-Insel, wo sich allerdings ein Großwildjäger an die Ferse der beiden Reisenden hängt und das Sams fangen möchte. Mit viel Glück gelingt schließlich die Flucht, die Rückreise per Wunschmaschine löst nochmals so ein richtiges Chaos bei allen Beteiligten aus, bevor sich doch noch alles zum Guten verwendet. Und Herrn Taschenbier bleiben zwei wichtige Erkenntnisse: Dass nämlich zum einen wirklich jeder Wunsch gut überlegt sein muss, zum anderen Wünsche auch ohne Wunschmaschine in Erfüllung gehen, wenn man es sich nur arg genug wünscht. Weitere Akteure auf der Bühne waren Adela Florow, Eva Bauriedl, Benedikt Zimmermann, Günter Ziegler und Uschi Reifenberger.

Gespielt, getanzt, gesungen


Die Luisenburg-Bühne wird hervorragend in das eigentliche Geschehen eingebaut, auf unterschiedlichen Ebenen wird gespielt, getanzt und gesungen. Einen dicken Applaus für Regisseurin Susi Weber mit ihrem Team Regina Weber (Choreographie), Peter Engel (Bühne) und Heide Schiffer-El Fouly (Kostüme). Die Lieder zu der gut 35 Jahre alten Geschichte wurden von Günter Lehr komponiert, der auch für die musikalische Leitung verantwortlich ist.

Familienstücke auf der Luisenburg - das macht diese Premiere wieder deutlich - sind noch nie gescheitert und sorgen für beste Unterhaltung im Publikum. Und Paul Maars "Sams"-Geschichten sind bekanntlich noch lange nicht auserzählt ...

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Weitere Informationen:

www.luisenburg-aktuell.de
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