"Kinderzimmer-Kult" und ein lästiger Opa

Manuel Schöbel (Intendant der Landesbühne Sachsen) (von links), Bürgermeister Karl Willi Beck, Luisenburg-Intendant Michael Lerchenberg und Verwaltungsleiter Harald Benz stellten am Montag das Programm für die Spielzeit 2016 auf der Luisenburg vor. Bild: Stiegler
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Bayern
18.11.2015
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"Es geht um die Familie, um Mütter, Väter und Großväter": Dieses übergeordnete Motto für die Luisenburg-Festspiele 2016 verkündet Intendant Michael Lerchenberg am Montag bei der Vorstellung des Spielplans. Besonders das Musical "Cats" von Andrew Lloyd-Webber dürfte sich zum Kassenschlager entwickeln.

Es geht Schlag auf Schlag bei den Luisenburg-Festspielen: Gerade erst wurde das Jubiläumsjahr mit der Vorstellung des Buches "Theaterwunder Luisenburg" abgeschlossen, schon startet am Donnerstag, 19. November bereits der Vorverkauf für die Spielzeit 2016. Eine Vorausschau auf das Bühnengeschehen gibt Intendant Michael Lerchenberg mit Bürgermeister Karl Willi Beck, Verwaltungsleiter Harald Benz sowie Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühne Sachsen.

Den Auftakt macht am 1. Juni die Premiere des Familienstücks "Am Samstag kam das Sams zurück". Nach dem großen Erfolg des "Sams" des fränkischen Autors Paul Maar in der Spielzeit 2013 gibt es nun die Fortsetzung des Themas. "Das Sams ist Kult in den Kinderzimmern", betont Lerchenberg. Es wird mit der Originalbesetzung dort angeknüpft, wo man vor zwei Jahren aufgehört hat: Simone Bartzick wird wieder als Sams zu sehen sein, Norbert Heckner als Herr Taschenbier, Gabi Dossi als Frau Rotkohl und Johann Anzenberger als Erzähler. Regie führt erneut Susi Weber (Bühne: Peter Engel, Kostüme: Heide Schiffer El-Fouly).

Bäuerliche Groteske

Zur offiziellen Eröffnung der Abendspielzeit am 24. Juni steht die bäuerliche Groteske "Der verkaufte Großvater" von Anton Hamik auf dem Spielplan. Das Stück sei, betont Lerchenberg, ein "Komödienklassiker": Geschrieben zwar 1938, handele es sich dabei aber um ein hochaktuelles Werk. "Wohin mit einem verhaltensauffälligen, anstrengenden Großvater? Ganz einfach: Verkaufen!", erläutert Lerchenberg, der selbst Regie führen wird (Bühne: Peter Engel, Kostüme: Eva Praxmarer).

Das Stück war bisher nur in einer Saison - nämlich 1988 - auf der Luisenburg gespielt worden. In die Rolle des gewieften Großvaters schlüpft "Grimme-Preisträger" Michael Altmann, der sich als "Jean-Paul" und Alt-Rott in "Glaube und Heimat" in die Herzen des Luisenburgpublikums gespielt hat. Weitere Rollen übernehmen Norbert Heckner, Andreas Bittl, Benedikt Zimmermann und Nicola Norgauer.

Als "absoluten Hammer" kündigt der Intendant das Musical "Cats" von Andrew Lloyd-Webber an, das am 30. Juni Premiere feiern wird. "Die exklusiven Spielrechte dafür in Deutschland zu bekommen war nicht sonderlich einfach - aber wir haben es geschafft", freut sich Lerchenberg. Für das Ensemble werde das Musical eine besondere Herausforderung werden, da "Cats" durchkomponiert und durchchoreographiert sei. Die Regie und Choreographie wird Musical-Star Hardy Rudolz ("Phantom der Oper", "Cats", "Les Miserables") übernehmen, außerdem schlüpft er in die Rolle des "Gus". Als "Grizzabella" konnte die bekannte Musicaldarstellerin Kerstin Ibald verpflichtet werden.

Eine "Verschmelzung von Schauspiel und Tanztheater" kündigt Lerchenberg bei der letzten Eigenproduktion der neuen Spielzeit an: "Bluthochzeit" von dem spanischen Autor Federico Garcia Lorca feiert am 15. Juli Premiere. Das Schauspiel ist ein spannender Krimi und ein großer Theatertext über Liebe und Leidenschaft inmitten erstarrter Traditionen. Regie wird Tanztheaterchoreographin Eva-Maria Lerchenberg-Thöny führen, die das Stück bereits zweimal als reines Tanztheater in Braunschweig und Innsbruck auf die Bühne gebracht hat. "Künstlerisch ist Bluthochzeit sicherlich das ambitionierteste Stück der vergangenen Jahre", sagt Lerchenberg.

Im Museumshof stehen in der Reihe "LuisenburgXtra" in der Spielzeit 2016 zwei Produktionen auf dem Programm: Am 12. Juli feiert das Stück "Weitere Aussichten" von Franz Xaver Kroetz Premiere, geschrieben worden war dieser Monolog für Therese Giehse. In Wunsiedel übernimmt Gabi Dossi die Rolle. Ebenfalls im Museumshof zu sehen ist Michael Lerchenberg mit seinem Programm "Karl Valentin. Abgründe eines Komikers", mit ihm agiert und streicht am Cello Jost-H. Hecker. Premiere ist am 21. Juli.

Operettenbühne Wien

Ein Konzert-Gastspiel auf der Felsenbühne gibt am 18. Juli die Gipsy Brass Band "Fanfare Ciocarlia", die 2016 ihr 20-jähriges Bestehen feiert und Formationen wie La Brass Banda und Mnozil Brass inspiriert hat. Kabarettist Helmut Schleich steht am 26. Juli mit seinem Programm sowie dem Gstanzlsänger Sebastian Daller und dem Freien Fränkischen Bierorchester auf der Bühne.

Opern- und Operettenfreunde dürfen sich auf zwei "Klassiker" freuen: Die Operettenbühne Wien gastiert mit Carl Millöckers "Der Bettelstudent" (Premiere 11. August), die Landesbühne Sachsen bringt die Oper "Carmen" von Georges Bizet nach Oberfranken (Premiere 19. August).
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