Klaviermusik und "Kulturtalk" mit Professor Kurt Seibert im Steingraeber-Haus von 26. bis 29. ...
Wagner war schuld, oder?

Bayern
23.11.2013
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Der bürgerliche Salon zu Beginn des 19. Jahrhunderts, das war nicht nur der Rückzugsort der Biedermeiergesellschaft. Hier startete auch der Siegeszug eines immer beliebter werdenden Instruments samt der dazugehörigen Literatur. Kein bürgerlicher Haushalt ohne Klavier, keine Soiree ohne Mendelssohns "Lieder ohne Worte".

Flankiert vom florierenden Klavierbau setzte sich zu dieser Zeit auch die Erfolgsgeschichte deutscher Klaviertradition fort. Angefangen von Schumann über Brahms bis hin zu Max Reger, der mit seinen Bach-Variationen ein letztes Mal diese große, sich auf Bach und Beethoven begründende Tradition beschwor. Danach verlor sich diese Vormachtstellung.

Übermächtiger Wagner

Die Frage nach dem Warum versucht nun ein viertägiges Klavierprojekt im Steingraeber-Haus in Bayreuth zu ergründen. Unter dem Titel "Die deutschen Klavierkomponisten um und nach Wagner - Ein Überlebenskampf? Eine Krise?" will man von 26. bis 29. November dieses Thema in Wort und Ton beleuchten. Zwei Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt: War es die "Schuld" des übermächtigen Richard Wagners, der den Fokus zu sehr auf das Gesamtkunstwerk Oper lenkte? Oder lag es am antiromantischen Tonfall der Moderne mit "Bürgerschreck" Paul Hindemith? Die Dramaturgie dieser moderierten Konzerte liegt in den Händen von Professor Kurt Seibert, emeritierter Klavierprofessor der HfK Bremen, der mit der Erörterung dieser Fragen das musikalische Programm begleitet. Das Ganze im gewohnt unakademischen Tonfall, mit dem Seibert seit jeher Gesprächskonzerte als launig lockeren "Kulturtalk" gestaltet.

Auch Reger im Programm

Am 27. November wird er unter dem Motto "Der späte Brahms und sein Nachfolger Reger" selbst am Flügel sitzen und Regers Bach-Variationen op.81 spielen.

Weitere Interpreten sind das Klavier-Duo Boris und Katja Cepeda ("Die Avantgardisten Schulhoff, Hindemith und Wolpe", 26. November), Claudia Birkholz ("100 Jahre Avantgarde", 28. November) und Christian Seibert ("Richard Wagners Freunde, Zeitgenossen und unmittelbare Nachfahren", 29. November).

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Info: Sämtliche Veranstaltungen finden im Kammermusiksaal des Steingraeber-Hauses statt. Veranstaltungsbeginn ist jeweils 19.30 Uhr.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.steingraeber.de
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